Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Bezirkliche Gewerbeflächenentwicklung Drs. XIX/1213 Der Fachausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verbraucherschutz wird nachrichtlich hinzugeladen.  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 05.06.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:30 - 21:15 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll

Herr Bode stellt anhand einer Präsentation (siehe Anlage 2) die Entwicklungen der bezirklichen Gewerbeflächen zwischen 2010 und heute vor. Da ein Großteil der seinerzeit verfügbaren Gewerbeflächen bereits vermarktet ist, nennt er mögliche Flächenalternativen für eine Neuausweisung und/oder -erschließung:

Galabau-Fläche 4,0 ha

 

              Dweerlandweg 11,1 ha

              Neue Feldhofe 8,2 ha

 

Hintergrund ist die Zielsetzung des Gewerbeflächenkonzepts von 2012, wonach jährlich bis 2025 durchschnittlich 3 ha neue Gewerbeflächen im Bezirk auszuweisen sind.

 

Herr Kleszcz merkt nachdrücklich an, dass Vierländer Unternehmen im Heimatgebiet bleiben und nicht in die Metropolregion Hamburg abwandern möchten. Aus diesem Grund wurde die Galabau-Fläche für deren Ansiedlung vorgesehen. Logistik-Ansiedlung ist zwar ein Teil des Konzepts und des Standortes Bergedorf, jedoch ist eine Zentrierung hierauf nicht sinnvoll. Er fragt nach, warum immer wieder Kleingartenvereine, die Bestandteil des Stadtgefüges sind, ins Gespräch kommen und nicht erst Ersatzflächen geprüft werden.

 

Herr Schneede antwortet, dass die Verwaltung zurzeit keinen Prüfauftrag für die Suche nach Ersatzflächen hat.

 

Herr Froh macht ebenfalls deutlich, dass die Galabau-Flächen für einheimische Betriebe und Unternehmen vorgesehen sind und das auch bleiben soll.

 

Herr Heilmannlt quantitatives Wachstum für fraglich, vielmehr sollten qualitativ hochwertige Gewerbeflächen entwickelt werden. Bergedorf hatte die größten Flächen für Gewerbeentwicklung bereitgestellt, die dato fast vollständig vermarktet sind, mehr ist seiner Meinung nach in Bergedorf für Logistikansiedlung nicht zu leisten. Die gesetzten Ziele sollten überdacht werden. Seine Fraktion ist auch der Meinung, dass Hamburg Flächen für Kleingärten anbieten muss, da sie einen großen wohnstandortnahen Erholungswert haben.

 

Herr Czaplenski resümiert, dass es sehr positiv ist, dass ein Großteil der seinerzeit zur Verfügung stehenden Flächen vermarktet werden konnte. Allerdings müssen sich Hamburg und Bergedorf fragen, ob neue gewerbliche Flächen in der Ziel gesetzten Größenordnung nötig sind. Er fragt die Abgeordneten, was weiterhin geschehen soll, weniger Quantität, mehr Qualität?

 

Herr von Podlewski macht deutlich, dass Flächenpotenziale in einer Stadt endlich sind, zunehmend Konflikte mit Anwohnern und Freizeitnutzungen entstehen und zudem die Erschließung solcher Flächen immer teurer wird. Er setzt darauf, das Wohnen das zentrale Thema sein sollte und daher die bisherigen Ziele der bezirklichen Gewerbeflächen-entwicklung überarbeitet werden sollten.

 

Herr Mohnike macht darauf aufmerksam, dass im Bezirk Bergedorf heute bereits die meisten Ausgleichsflächen für Hamburger Baumaßnahmen bereitgestellt werden. Es vermittelt sich ihm der Eindruck, dass das Bezirksamt Anweisungen aus den Fachbehörden folgen muss und selbst nichts davon hat.

 

Herr Omniczynskichte nicht, dass Bergedorfer Gewerbeflächen zu Biotopen „verkommen“. Das Konzept sollte überdacht werden, hierzu benötigt die Politik jedoch mehr Informationen von der Verwaltung, wie z.B. welche Kleingartenvereine sind betroffen? Wie viele Parzellen?, Flächenpotenzial? Zudem wünscht er sich, dass die vorgestellten Unternehmen nicht anonymisiert bleiben, damit ein klarer Überblick zum Branchenmix möglich ist.

Er schlägt anschließend eine erneute Beratung im September/Oktober 2013 vor.

 

Herr Mohnike ergänzt, dass für einen Gesamtüberblick nicht nur Kleingartenvereine sondern auch Grabeland aufgenommen werden muss.

 

Herr Heilmann regt an, Umnutzungen im Bestand zu prüfen.

 

Der Stadtplanungsausschuss beschließt den Tagesordnungspunkt auf die Sitzung am 16.10.2013 zu verschieben, zwischenzeitlich soll das Thema zwischen Verwaltung und Vertretern der Fraktionen in kleiner Runde erörtert werden.