Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Ochsenwerder 13 (Avenberg) - Bauliche Gestaltung  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 3
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 07.05.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:30 - 20:50 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll

Auf die Frage von Herrn Omniczynski nach verbindlichen Vorstellungen des Bezirksamts zu den Grünkorridoren berichtet Herr Wittmann, dass diese Flächen privat werden, aber noch offen sei, ob Gemeinschaftseigentum oder Einzeleigentum der jeweiligen Eigentümer der Anliegergrundstücke gebildet werde. Derzeit werde ein städtebaulicher Vertrag erarbeitet, da die Regelungen über das in einem Bebauungsplan Festsetzbare hinausgehen würden.

 

Herr Gabriel wiederholt seinen Einwand aus der letzten Sitzung, dass die festgelegten Mindestgrößen von 600 qm für das Einzelhaus und 400 qm für die Doppelhaushälfte bei Grundstücken an den Landschaftskorridoren unterschritten werden.

 

Herr Röhr-Kramer entgegnet, dass es der Grundgedanke des Entwurfs gewesen sei, genau diese 600 qm bzw. 400 qm großen Grundstücke zu bilden, nur dass davon ein Streifen der jeweiligen Fläche mit 120 qm bzw. 80 qm Größe eher einer gemeinschaftlichen Nutzung zugeführt werde.

 

Herr Grotheer fordert, in die Begründung zum Bebauungsplan einen eindeutigen Hinweis aufzunehmen, wonach 1/5 der Fläche zwar uflich erworben werde, aber nicht individuell nutzbar sei. Diese Rahmensetzung müsse r eine Kaufentscheidung klar zu erkennen sein.

 

Herr Czaplenski sichert zu, dass der potentielle Käufer mit allen zur Verfügung stehenden Instrumenten darauf hingewiesen werde

 

Sodann schlägt Herr Gabriel vor, dass entgegen dem jetzigen Wortlaut die Fassaden aller Hauptwände mit rotem Verblendmauerwerk versehen sein sollten. Er sieht die Gefahr, dass aufgrund der vorgesehenen Regelung auch Häuser entstehen könnten, die eine komplette weiße Putzfassade haben. Diese seien eher untypisch für diese Landschaft. In den Giebeln könne davon abgewichen werden.

 

Herr Frohlt weitere Festsetzungnderungen r erforderlich. So möchte er die Traufhöhe bei Einfamilien- und Doppelhäuser von 4 m auf 6 m heraufsetzen, die Breite von Dachgauben könne bis zu 50% der darunterliegenden Fassadenbreite betragen und die möglichen Dachformen werden durch ein Walmdach mit einer beiderseits gleichen Neigung von 20° 50° ergänzt.

 

Hiermit rde der Haustyp „Toskanahaus“ bzw. Hamburger Kaffeemühle in dem Baugebiet ermöglicht werden, erwidert Herr Röhr-Kramer und berichtet, dass der Gewinnerentwurf diesen Haustyp auch mit enthalten habe. Im Verlaufe der Abstimmungen mit der Verwaltung habe man die Reduzierung auf den klassischen Haustyp des Einfamilienhauses vorgenommen, um die Struktur nicht zu gefährden. Die Politik müsse festlegen, wie streng die Festsetzungr die Hausformen sein solle. Je stringenter und strikter man die Vorgaben mache, umso typischer werde das Ergebnis.

 

Herr Gabriel erinnert daran, dass der dörfliche Charakter von Ochsenwerder nicht zerstört werden solle. Die Erweiterung auf diesen Haustyp würde jedoch einen vorstädtischen Charakter schaffen. Auch die Größe der Dachgauben sollte nicht erhöht werden, damit die bestehende Struktur durch große Dachausbauten nicht leide. Zudem werde mit den angeregten Änderungen eine zweigeschossige Bauweise möglich, die unbedingt vermieden werden sollte.

 

Herr Czaplenski bekräftigt, dass die Kernbotschaft aus den Diskussionen der Stadtwerkstatt war, dass Ochsenwerder zwar qualitativ hochwertig wachsen solle, aber nicht auf Kosten des dörflichen Charakters.

 

Herr Wittmann bittet um eine baldmögliche Entscheidung, da in Kürze ein Behördenarbeitskreis tagen werde, der die Festsetzungen der Anlage 1 als Arbeitsgrundlage benötige. Der bauliche Charakter der Vier- und Marschlande gehe von einfach gestalteten Baukörpern aus, die Dächer seien nicht überprägt und zerklüftet. Mit einer Erweiterung der Festsetzungen werde es einen Bruch geben und die Vier- und Marschlande mit Vorstädten vergleichbar. Ein Ortsbild, das dem bisherigen weitgehend entspricht bzw. nur behutsam weiterentwickelt wird, ist für die Identität der Vier- und Marschlande und ihre Bewohner von Bedeutung.

 

Herr Omniczynski bekräftigt, man brauche jetzt eine verbindliche Entscheidung.

 

Herr Heilmann will dem stringenteren Vorschlag der Verwaltung folgen.

 

Der Vorsitzendesst über die gemachten Änderungsvorschläge einzeln abstimmen:

 

Der Änderungsvorschlag auf Erhöhung der Traufe wird gegen die Stimmen der CDU abgelehnt.

 

Der Vorschlag, Walmdächer mit einer Dachneigung von 20° - 50°zuzulassen, wird gegen die Stimmen der CDU abgelehnt.

 

Die Änderung der Dachgaubenbreite auf 50 % der darunterliegenden Fassadenbreite wird ebenfalls gegen die Stimmen der CDU abgelehnt.

 

Herr Omniczynski macht hinsichtlich der Festsetzung der Fassadengestaltung den Änderungsvorschlag, jede Fassadenseite der Hauptgebäude ist mit mindestens 75 % roten Mauersteinen zu verblenden“. Damit werde ausgeschlossen, dass eine Schmalseite komplett mit weißem Putz verkleidet werde.

 

Der Fachausschluss schließt sich diesem Änderungsvorschlag zur Fassadengestaltung einstimmig an.

 

Abschließend werden beide Anlagen der Drucksache insgesamt zur Abstimmung gestellt.

 

Der Fachausschuss beschließt beide Anlagen bei einer Enthaltung (GRÜNE).