Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Pflege- und Entwicklungsplan NSG Boberger Niederung, Auswirkungen der Ausgleichsmaßnahmen in der Boberger Niederung, Rodungsmaßnahmen  

 
 
Sitzung des Umweltausschusses
TOP: Ö 2.1
Gremium: Umweltausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 23.03.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:06 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll

Herr Lindemann erklärt, dass die Ausgleichsmaßnahme für den Bebauungsplan Bergedorf 104 / Curslack 19 (sog. Schleusengräben) in der Boberger Niederung seitens des Bezirks abgeschlossen ist.

Frau Pohle kritisiert, dass sich die an der Umsetzung Beteiligten (Naturschutzverbände, Bezirk, BUE) 2013 auf ein einheitliches Vorgehen zur Herstellung von Trocken- und Magerrasen verständigt haben, der Beginn der Mäh- und Rodungsarbeiten den Naturschutzverbänden aber nicht, wie vorher abgesprochen, mitgeteilt worden ist. Die bearbeiteten Flächen sind gefräst worden und das Fräsgut ist in den Boden eingearbeitet worden. Dies ist kontraproduktiv für die Schaffung der erwünschten Magerflächen.

Herr Lindemann entgegnet, dass Vorhabenträger der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) ist, der Bezirk hingegen nur den Auftrag zur Umsetzung der Maßnahmen vergeben hat. Die Folgemaßnahmen in den nächsten zehn Jahren sind vom LIG zu finanzieren, so dass nunmehr die weitere Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans und das Monitoring mit einer Finanzierungszusage des LIG vom Bezirk an die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) abgegeben werden kann. Herr Lindemann bestätigt, dass ein externer Dienstleister Fehler gemacht hat, mittlerweile sind aber die notwendigen Voraussetzungen für die geplante Flächenentwicklung geschaffen worden.

Herr Gerbich identifiziert das Fehlen eines mehrjährigen Konzeptes auf Grund von Zeitdruck als Ursache für die entstandenen Fehler und er hofft, dass alle Beteiligten aus diesen Fehlern lernen. Die Fläche ist lschlicherweise gegrubbert worden und es wurde ein Weg hergestellt, der nicht vorgesehen war.

Herr Michalczyk bestätigt, dass die BUE für die Boberger Niederung und die Pflege dieses Gebietes zuständig ist und seine Behörde die weitere Entwicklung der Trockenrasenflächen mit geeigneten Maßnahmen umsetzt und künftig die kontinuierliche Pflege übernimmt.

Frau Lührchte wissen, wann eine, auf Grund eines Bebauungsplans vorgesehene, Ausgleichsmaßnahme als beendet angesehen wird. Dieser Zeitpunkt tritt dann ein, wenn der in der Ausgleichsmaßnahme beschriebene Zustand erreicht wurde, antwortet Herr Lindemann, der Vorhabenträger muss bis dahin die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen.

Es wird sich darauf verständigt, dass den Ausschussmitgliedern erneut berichtet wird, wenn der erste Monitoringbericht vorliegt.

Frau Lühr bittet Herrn Michalczyk im Anschluss um Erläuterung zu den umfangreichen Rodungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Boberger Niederung.

Herr Michalczyk berichtet, dass die Rodung als pflegerische Maßnahme zur Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans von 2010 erforderlich wurde, denn es ist wichtig, in der Boberger Niederung eine Verwaldung zu vermeiden und die Flächen offen und somit miteinander verbunden zu halten, damit bedrohte Tierarten diese Lebensräume durchgehend nutzen können. Grundlage dieser Maßnahmen ist die „Strategie zur Verbesserung des Erhaltungszustandes von FFH-Lebensraumtypen und Arten“ (www.hamburg.de/ffh-strategie). Die Flächen werden mit in die Beweidung durch die Schaf- und Ziegenherde einbezogen, damit sie weiter offen bleiben. Die BUE überlegt nun für die Besucher eine Informationstafel vor Ort zur Aufklärung aufzustellen sowie künftig bei ähnlichen Vorhaben die Bürger vorab zu informieren.