Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Neues Einsatzsystem der Feuerwehr  

 
 
Sitzung des Fachausschusses für Verkehr und Inneres
TOP: Ö 2
Gremium: Fachausschuss für Verkehr und Inneres Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 09.05.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:55 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Bellon erläutert die aktuellen Schutzziele, angestrebten Erreichungsgrade und die hierzu notwendige Verzahnung mit den Freiwilligen Feuerwehren (FFW). Die seinem Vortrag zugrundeliegende Präsentation findet sich in der Anlage dieser Niederschrift.

 

Herr Froh betont, wie sehr die Freiwilligen Feuerwehren in diesem Konzept unerlässlich sind und deshalb an den Wachen nicht nur Stellplätze in ausreichender Zahl sondern auch Wohnungenr die Einsatzkräfte in näherem Umkreis benötigen.

 

Herr Bellon ergänzt, dass ebenso Arbeitsstätten in erreichbarer Entfernung gefragt sind. Herr Strusshrt aus, dass eine Wehr vor rund 25 Jahren noch mit 30 35 Personen besetzt war. Damals handelte es sich vor allem um ortsansässige Beschäftigte der Landwirtschaft. Änderungen auf dem Arbeitsmarkt haben seither dazu geführt, dass Anwohner im Landgebiet inzwischen außerhalb und zum Teil im Schichtbetrieb arbeiten und der FFW somit nicht mehr zur Verfügung stehen. Hinzu kommt aufgrund der Bebauungsstruktur in den Vier- und Marschlanden ein Mangel an Mietwohnungen. Inzwischen verlassen rund die Hälfte der als junge Erwachsene ausgebildeten Kräfte die FFW wieder, da sie keinen Arbeitsplatz oder keine Mietwohnung in einer annehmbaren Distanz zur Wache finden.

 

 

Auf Nachfrage von Herrn Schild teilt Herr Bellon mit, dass die Feuerwehr eine Abteilung für strategische Planungen unterhält, die nach Wegen sucht, die angestrebten Zielerreichungsgrade auch tatsächlich zu erreichen. In einem Strategiepapier wurden der Behörde für Inneres und Sport (BIS) 2010 neue und verlegte Standorte für Wachen vorgeschlagen. Seither wurden dort, auch aufgrund der ungeklärten Finanzierung, noch keine Entscheidungen hinsichtlich einer Umsetzung dieses Papiers getroffen. Das Erreichen der Schutzziele wird zudem durch weitere Faktoren, wie das Anwachsen des Straßenverkehrs, beeinflusst.

In Bergedorf kann nach Strukturuntersuchungen, aufgrund der Einbindung der FFW in das Schutzkonzept, auf den früher vorhandenen zweiten Löschzug verzichtet werden.

 

Die Frage von Herrn Roßborg hinsichtlich der Nachwuchsgewinnung beantwortet Herr Bellon mit dem Hinweis, dass diese vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Probleme problemlos verläuft. Voraussetzung ist, dass die Nachwuchskräfte bereits einen technischen Beruf erlernt haben. Bisher ist es immer gelungen, die Ausbildungslehrgänge zu füllen.

Herr Struss berichtet von einem kontinuierlichen Zulauf, weist jedoch darauf hin, dass es häufig nicht gelingt, die gerade volljährigen frisch ausgebildeten Kräfte zu halten, da es in diesem Lebensalter häufig zu Veränderungen im Leben in beruflicher oder privater Hinsicht kommt.

 

Herr Struss bestätigt Frau Rogalski-Beeck, dass in den letzten Jahren die erforderlichen Mindeststärken der Wehren immer erreicht werden konnten.

 

Herr Emrich weist auf die 780 Wohneinheiten hin, die zurzeit am S-Bahnhof Mittlerer Landweg für Flüchtlinge errichtet werden. Herr Bellon erklärt, dass dieses Gebiet durch die FFW sowie die Rettungswachen Billstedt und Bergedorf abgedeckt wird, Zudem ist dort vorgesehen, einen Rettungswagen in einer Außenstelle zu stationieren, deren genauer Standort noch offen ist.

Herr Strussndigt an, die vorgesehene Kooperation bzw. Fusion der FFWen Allermöhe und Billwerder im Regionalausschuss zu erläutern.

 

Herr Fleige erkundigt sich nach dem Frauenanteil in der FFW und nach den Möglichkeiten, diesen anzuheben.

Herr Struss weist auf die seit einigen Jahren zunehmend professionalisierte Öffentlichkeitsarbeit hin. Derzeit liegt die Frauenquote der FFW in Hamburg bei 6 8%, was seines Erachtens zu wenig ist. Bei den Jugendfeuerwehren ist der Anteil von Jungen und Mädchen jedoch annährend ausgeglichen.

 

Herr Gruberdt die Feuerwehr ein, sich im Rahmen der diesjährigen Ausbildungsplatzinitiative zu präsentieren.