Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - KörberHaus Der Stadtentwicklungsausschuss und der Fachausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration sind nachrichtlich hinzugeladen  

 
 
Sitzung des Kulturausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Kulturausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 06.06.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:50 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Dornquast stellt den Mitgliedern der drei Fachausschüsse den aktuellen Projektstand zum KörberHaus anhand einer dem Protokoll beigefügten Präsentation vor. Auf den darin beschriebenen bisherigen Projektablauf wird im Weiteren verwiesen.

Die Zusammenarbeit des Bezirksamts mit der Körber-Stiftung und der Stiftung Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖB) nne über Hamburg hinaus beispielgebend sein. Auf dem Standort des bisherigen Lichtwarkhauses gemeinsam neu zu beginnen, stelle eine ungewöhnliche Konstellation dar.

Das Bezirksamt habe intensive Gespräche der Körber-Stiftung, mit der Geschäftsführung der HÖB und dem Landesvorstand der Arbeiter Wohlfahrt (AWO) geführt, um herauszufinden, ob der Ansatz der neuen Projektidee r diese Beteiligten insgesamt tragbar sei. Ebenfalls hätte es erste Gespräche mit den derzeitigen und zukünftig neuen Kooperationspartner gegeben. So sei die Volkshochschule stark daran interessiert, sich an dem Projekt, das den Ansprüchen von Bildung und Kultur in Bergedorf neue Räume geben wolle, zu beteiligen.

Bei einer Bauzeit von zwei Jahren sei das Zeitziel für das Projekt Weihnachten 2019, dann solle das KörberHaus seinen Betrieb aufnehmen.

 

Frau Paehlke beginnt ihren Vortrag mit einem Zitat von Kurt A. rber. „Ich möchte, dass Kunst, dass Kultur und Alter wieder mitten unter uns sind, dass sie von der Leistungsgesellschaft nicht an den Rand gedrängt werden. Ich möchte mich nicht damit begnügen, hier eine Lücke zu schließen und dort einen Mangel zu beheben, besser wäre es, Anstifter neuer Initiativen zu sein, die unsere Gesellschaft insgesamt voranbringen.“

In dieser Tradition würden sich die Vorstände seiner Stiftung bewegen und müssten immer überlegen, ob das, was sie entscheiden, eine moderne Interpretation des Stifterwillens sei.

Der Bau des Haus im Park im Jahre 1977 sei damals eine visionäre und sehr moderne Entscheidung gewesen, aber inzwischen sei man einige Jahrzehnte und insbesondere auch gesellschaftlich weiter. Zwei wesentliche Aspekte würden für die Aufgabe des heutigen Hauses zugunsten des KörberHauses sprechen. Zum einen stoße man derzeit an bauliche und konzeptionelle Grenzen. Es gebe große Verkehrsflächen. Die Brandabschnitte erlauben es nicht, das Haus für eine moderne Arbeit für die Generation 50+ zu verändern. Zudem sei der Standort des Hauses am Rande des Stadtzentrums eine echte Hürde für ein niedrigschwelliges Angebot an alle Bergedorfer und Bergedorferinnen.

Man wolle zusammen mit den anderen Anbietern ein offenes Haus mit den Grundkonzepten Bildung, Kultur, Beratung und Begegnung sowie mit Angeboten für Gesundheit und Prävention gestalten.

Die Körber-Stiftung wisse, dass es einige Personen gebe, die dies nicht gutheißen. Die Entscheidung für das KörberHaus sei aber aus ihrer Sicht nicht mehr zurück zu drehen. Dieses Modell für einen Stadtteil könne andere Bezirke oder Städte vergleichbarer Größe zur Nachahmung anregen.

 

Herr Gabriel fragt nach der Bürgerbeteiligung und meint, dass die gute Idee, beide Häuser zusammenzubringen, breit diskutiert werden sollte.

 

Herr Walterchte genaueres zum Finanzierungskonzept wissen und was es mit dem Namen rberHaus auf sich habe.

 

Herr Helm sieht viele Chancen für die künftigen Nutzer, macht sich aber Sorgen, was mit den bisherigen passiere und fragt, ob es dazu schon Überlegungen gebe.

 

Im Haus im Park sei man mittendrin im Beteiligungsprozess, bekräftigt Frau Paehlke. Man spreche mit allen Ehrenamtlichen und Teilnehmergruppen. In einem speziellen Briefkasten könnten Fragen und Anregungen sowie Beschwerden eingeworfen werden. Am 16.06.2016 finde ein öffentlicher Informationstag für Besucher und Nutzer des Hauses statt.

 

Der Projektname KörberHaus sei mit Bedacht gewählt worden, berichtet Herr Dornquast. Das Bezirksamt und die Körber-Stiftung rden die planerische und auch finanzielle Verantwortung r das künftige KörberHaus als Mieter übernehmen. Kurt-A. Körber als Gründer des Haus im Park und als Ehrenbürger der Stadt Hamburg genieße in Bergedorf ein hohes Ansehen und erhalte mit der Namensgebung die ihm gebührende Anerkennung. Der Name Lichtwark nne sich in der Bezeichnung des künftigen Theaters alsLichtwarkTheater im KörberHaus“ wiederfinden, schlägt Herr Dornquast vor.

Durch die gemeinsame Konzeptentwicklung mit dem Bezirk liefere die Körber-Stiftung als weltweit tätige Stiftung ein klares Bekenntnis zum Standpunkt Bergedorf. Sie werde in Zukunft mit Berlin, Hamburg und eben Bergedorf drei Standorte haben.

Im RISE-Programm Bergedorf-Süd sei festgelegt, dass ein Mittelbedarf von 2,1 Mill. EUR r das Community-Center bestehe. Dies sei eine der Grundlagen der derzeitigen Finanzierungsüberlegungen. Man brauche jemanden, der das Haus baue und betreibe, damit das Bezirksamt, die Körber-Stiftung und die HÖB als Mieter agieren können.

Ein Nutzer in dem neuen Objekt, die AWO, werde weiterhin kostenfrei Räume nutzen können. Das neue Theater werde r das Bezirksamt an 88 Spieltagen zu den gleichen Bedingungen wie bisher nutzbar sein. Gemeinsam mit dem Altonaer Theater und den Kammerspielen werde man auch weiterhin den Theaterbetrieb organisieren.

 

Frau Paehlke stellt fest, dass das heute bestehende Theater in keinster Weise barrierefrei sei. Das neue werde mit seiner Barrierefreiheit und der optimierten Akustik eine große Verbesserung für die Besucher darstellen. Darüber hinaus erklärt Frau Paehlke, dass die Körber Stiftung den Theaterbetrieb weiterhin in gleicher Weise wie seit vielen Jahren personell und finanziell unterstützen werde.

 

Es werde im neuen KörberHaus nicht nur Flächen für feststehende Nutzer geben, sondern auch Nutz- und Veranstaltungsflächen für Initiativen und Bedarfe, die man heute noch nicht kenne, erläutert Herr Dornquast. Zum Zeitpunkt der Ausschreibung müsse die gesamte Nutzung aber dann feststehen. Ein generelles Vorhalten von Flächen sei nicht finanzierbar. Die derzeit geplante Bruttogeschossfläche liege bei gut 5.000 qm. Der geltende Bebauungsplan weise eine solche Dimension aus.

 

Die Flächen für wechselnde Nutzer rden unter dem Arbeitstitel „open work space“ mit eingeplant, ergänzt Frau Paehlke.

 

Frau Kotzbau fragt, ob es einen Überweg über die B 5 zum KörberHaus geben werde. Ferner möchte sie wissen, was an den Meldungen dran sei, dass die HÖB aufgrund ihrer guten Erfahrungen mit dem jetzigen Standort gar nicht mehr an einer Nutzung interessiert sei.

Die drei gezeigten Entwürfe für eine mögliche Kubatur hält sie für nicht passend für das Gesicht der Bergedorfer Straße. Schließlich interessiert sie sich dafür, wie die migrantischen Vereine mit ihrem größeren Flächenbedarf für ihre Veranstaltungen eingebunden werden sollen.

 

Herr Jarchow warnt davor, diesen attraktiven Platz mit einem großen und kompakten Baukörper zuzubauen. Zur Namengebung des neuen Hauses meint er, der Name Lichtwark sei nach wie vor ein wichtiges Zeichen in der Stadt und stehe für Kunst und Kultur. Der Begriff Lichtwarkhaus habe über Jahrzehnte hinweg Bedeutung entwickelt. Wenn er sich für die Beibehaltung der jetzigen Namensbenennung einsetze, sei das kein Vorbehalt gegen die Person von Herrn rber. Dieser stehe über seine unbestrittenen unternehmerischen Leistungen und Leistungen für den Bezirk hinaus aus Sicht von Herrn Jarchowr eine Tendenz in unserem kapitalistischen System, sich mehr und mehr des Öffentlichen Raums zu bemächtigen. Hiergegen solle man ein Zeichen setzen.

 

Frau Weßling erkundigt sich nach der Einbindung der physikalischen Therapie und des Bewegungsbades im neuen Haus.

 

Frau Paehlke bekräftigt, dass die Physiotherapie bis zum Umzug in 3,5 Jahren im gleichen Umfang weiter betrieben werde. Allerdings werde es sie am neuen Standort dann nicht mehr geben und auch kein Schwimmbad. Die Stiftung habe sich aus konzeptionellen Gründen gegen die Überführung des Zweckbetriebes entschieden. Sie hre keinen marktfähigen Betrieb sondern leiste Stiftungsarbeit. Es werde aber sehr wohl Gesundheit, Prävention und Mobilität ein Thema sein, das man gemeinsam mit der AWO bewegen wolle.

 

Die Einrichtung einer ampelbetriebenen Querung über die B 5 sei angesichts sich wegen des zu erwartenden Besucherstroms im vierstelligen Bereich glicherweise als unausweichlich erweisen, meint Herr Dornquast. Zur Gestaltung des neuen rberHauses gebe es keine Vorfestlegungen, lediglich der Standort und das Volumen seien gesetzt. Eine solche Konzentration von Kunst- und Kulturangeboten in der neuen ersten Reihe von Bergedorf werde der Publikumsmagnet sein. Die HÖB möchte ausdrücklich mit dabei sein. Sie habe sich auf eine Mietdauer von 10 Jahren festgelegt.

 

Frau Haustein berichtet, dass man mit der AWO Gespräche zur Zukunftsplanung gestartet und ein Konzept aufgesetzt habe, um sich den anderen Nutzern konzeptionell anzunähern. Bei allen Gesprächen sei die Sorge der AWO deutlich geworden, was in der Übergangszeit passiere. Hierfür suche man eine machbare Zwischenlösung. In Richtung des Stadtteilbeirats Bergedorf-Süd sei zudem ein Beteiligungsprozess angestoßen worden.

 

Das Haus im Parknne der AWO, wenn dies gewünscht sei, für die Übergangszeit einen Seminarraum zur Verfügung stellen, bietet Frau Paehlke an. Hierdurch erhalte die unterschiedliche Klientel beider Häuser die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen.

 

Frau Steffen erklärt, dass man mit Hochdruck dabei sei, eine geeignete Zwischennutzung zu suchen. Ziel sei es, die Kernbereiche der AWO zu sichern, die Angebote dabei aber nicht zu zersiedeln. Sie hoffe, dass man sich zeitnah entsprechende Objekte ansehen könne. Ein wichtiger Punkt des Nutzungskonzeptes für das neue Haus sei es, dass es kein komplett gemischtes Seniorenprogramm geben werde. Das Bezirksamt sei per Staatsvertrag verpflichtet, einen Seniorentreff zu stellen. Diesen werde es auch zukünftig geben und ureigener Kernauftrag der AWO bleiben.

 

Herr Czaplenski berichtet, dass es im Wettbewerbsverfahren einen freiraumplanerischen Anteil geben werde, in dem die Entwicklung des öffentlichen Raums optimiert werde. Bereits aus der Stadtwerkstatt Serrahn habe es auch viele Erkenntnisse gegeben, welche Vorstellungen die Bergedorfer zum Bereich Holzhude haben. Diese sollten jetzt in die Rahmensetzungen für den Wettbewerb mit einfließen.

 

Herr Omniczynski sieht in der Zusammenlegung der Seniorenangebote bisher verschiedener Kulturen eine große Herausforderung und regt an, sich für dieses Modelprojekt auch externen wissenschaftlichen Sachverstand einzuholen und nicht nur auf die bisherigen Akteure zurückzugreifen.

 

Man sei dabei im Bundesgebiet und auch im Ausland über vergleichbare Projekte zu recherchieren, um sich durch Anregungen und Ideen anderer inspirieren zu lassen, erwidert Frau Paehlke.

 

Auf die Frage von Herrn Walter nach der Jugendarbeit antwortet Frau Haustein, dass man zusammen mit dem Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt Flächen für einen Neubau prüfe. Dabei sei man im engen Austausch mit der Fachbehörde, die das neue Haus der Jugend finanzieren werde. Aber auch hier bedürfe es ggfs. einer Zwischennutzung, die konzeptionell gut überlegt sein will.

 

Zum weiteren Vorgehen will Frau Strehlowr den nächsten Kulturausschuss einen Tagesordnungspunkt einbauen, um über die weiteren Entwicklungen informiert zu werden.

 

Herr Dornquast betont die Führungsrolle des Stadtentwicklungsausschussesr das weitere Verfahren bei den Fachausschüssen. Dennoch würden einzelne Themenanteile, die die anderen beiden Fachausschüsse betreffen, in diesen beraten werden.

 

Herr Czaplenski ergänzt, dass nach Beginn der Bauphase, wenn es um die Gestaltung des Innenlebens des KörberHauses gehe, durchaus ein anderer Fachausschuss die Federführung übernehmen könne.


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig

 

Ja-Stimmen:

Nein-Stimmen:

Enthaltungen: