Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Sonderzulassung Gynäkologie für Neuallermöhe  

 
 
Sitzung des Fachausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration
TOP: Ö 4
Gremium: Fachausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 10.01.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:25 Anlass: Sitzung
Raum: Kleiner Sitzungssaal, Erdgeschoss
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
20-0951.1 Sonderzulassung Gynäkologie für Neuallermöhe
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Bezüglich:
20-0951
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Dr. Mittelstädt erläutert seine derzeitige Lage anhand der im Anhang beigefügten Präsentation. Er teilt zudem mit, dass ihm seitens der KV mit Schreiben vom 04.01.17 bestätigt wurde, dass sein Antrag auf Sonderzulassung dort geprüft und dem Zulassungsausschuss vorgelegt wird. Bisher scheiterte dies daran, dass er keine Praxisadresse in Neuallermöhe nachweisen konnte. Er hat jedoch inzwischen entsprechende Räumlichkeiten angemietet. Der Zulassungsausschuss tagt im Laufe des Januars. Ihm sei gesagt worden, dass vor April mit keinem Entscheid über seinen Antrag zu rechnen sei.

Herr Kirstein fragt sich in Anbetracht dieser Sachlage, weshalb der KV laut der vorliegenden Stellungnahme gar kein Antrag vorliegen soll.

 

Herr Krönker weist darauf hin, dass die KV im Zuge dieser Prüfung bei den örtlichen Kollegen nachfragen wird, wie dort der Bedarf an einer weiteren Praxis eingeschätzt wird. Im Übrigen schlägt er vor, einen anderen Kommunikationsweg zu eröffnen und künftig statt an die KV an den Zulassungsausschuss als eigenständiges Gremium heranzutreten.

 

Die im Publikum anwesende Gynäkologin mit Praxis in Neuallermöhe erklärt auf Bitten der Vorsitzenden ihren Standpunkt. Sie bestätigt, dass ein Bedarf an einer Ausweitung des gynäkologischen Angebots im Stadtteil besteht, plädiert jedoch dafür, die vorhandenen ärztlichen Strukturen durch eine bessere Finanzierung zu stärken, statt eine weitere Praxis anzusiedeln. Die Finanzierung einer weiteren Kassenarztstelle wäre schwieriger zu realisieren als beispielsweise eine personelle Aufstockung der vorhandenen Praxen.

 

Die Vorsitzende erinnert sich an bisherige Aussagen aus der örtlichen Ärzteschaft, dass eine Leistungsausweitung für die bestehenden Praxen nicht leistbar wäre. Sie zeigt sich verwundert, dass hier nun ein anderer Weg beschritten wird. Zudem hatte ein Vertreter der KV im Zuge seines Vortrags vor dem Fachausschuss erklärt, dass die Sonderzulassung einer weiteren Praxis in Neuallermöhe vor allem an den fehlenden Bewerbern scheitern würde.

 

Herr Krönker bezeichnet die Unterstützung der örtlichen Kollegen bzw. der in Hamburg niedergelassenen Gynäkologen für den Erfolg des Antrags von Herrn Dr. Mittelstädt als entscheidend. Da der Sonderbedarf gegebenenfalls auf das Budget dieser Berufsgruppe angerechnet wird, scheint hier das berufspolitische Eigeninteresse dazu zu führen, dass von bisherigen Aussagen abgewichen wird.      

 

Die ebenfalls anwesende Gebietsentwicklerin des Stadtteils Neualllermöhe macht sich wie auch Frau Winkler darüber Sorgen, dass durch die Siedlung Gleisdreieck der Patientendruck auf die ortsansässigen Praxen noch steigen könnte. Sie berichtet von erfolglosen Anträgen auf Sonderbedarfe, die die anwesende Gynäkologin für ihre eigene Praxis gestellt haben soll.

Herr Dr. Galle berichtet, wie bisherige Erfahrungen in anderen Unterkünften gezeigt haben, dass Sprachkenntnisse bei der Arztwahl von höherer Bedeutung als die Wohnortnähe der Praxis sind.

 

Herr Kirstein begrüßt den Vorschlag von Herrn Krönker, künftig die Unterstützung für den Antrag von Herrn Dr. Mittelstädt über den Zulassungsausschuss zu signalisieren und schlägt vor, diesem unterstützende Unterlagen sowie eine politische Stellungnahme zuzuleiten.

Herr Krönker ergänzt seinen Vorschlag, indem er anregt, in Gesprächen mit den Bergedorfer Gynäkologen Transparenz über ihren Standpunkt hinsichtlich der etwaigen Sonderzulassung einer weiteren Praxis herzustellen. 

 

Die Vorsitzendechte zuvor die Unterlagen für den Zulassungsausschuss in einer kleinen Runde, an der außer ihr die Fachsprecher der Fraktionen teilnehmen sollen, zusammenstellen.

 

Der Fachausschuss schließt sich diesem Verfahrensvorschlag einvernehmlich an.