Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Überarbeitung des Siegerentwurfs zum einphasigen städtebaulich-freiraumplanerischen Gutachterverfahren zur Entwicklung des Stuhlrohrquartiers Referent: Architekt Büro Raumwerk  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 05.04.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:40 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
20-0816.04 Überarbeitung des Siegerentwurfs zum einphasigen städtebaulich-freiraumplanerischen
Gutachterverfahren zur Entwicklung des Stuhlrohrquartiers
     
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
  Bezüglich:
20-0816
Federführend:Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Frau Moers (Büro raumwerk) stellt den Wettbewerbsbeitrag kurz noch einmal vor und erläutert die Umsetzungsvariantenr die Änderungswünsche der Jury. Inhaltliche Einzelheiten sind den Sitzungsunterlagen und der als Anlage beigefügten Präsentation zu entnehmen.

 

Herr Gurr (GHP Landschaftsarchitekten) präsentiert die freiraumplanerischen Ideen und Visionen für das Quartier. Inhaltliche Einzelheiten sind der Präsentation zu entnehmen.

 

Der Verzicht auf die Überbauung der Stuhlrohrhallen erfordere eine Baumassenumverteilung, für die die Jury gefordert habe, dass sie unter Beibehaltung der Grundbotschaft des Siegerentwurfs erfolgen müsse, erinnert Herr Czaplenski.

 

Frau Moers stellt die verschiedenen Überlegungen und Konzepte dafür an einem Modell vor, was jeweils mit einer Kamera gefilmt und auf die Leinwand im Saal projiziert wird.

Als ersten Ansatz erweitere man die vier Blöcke in der Tiefe auf im Mittel 15 m. Damit könne bereits ungefähr die lfte der Flächen umverteilt werden. Die Überlegung, die Blöcke auf gleiche Höhe zu bringen, sei jedoch verworfen worden, da die bisherige Gebäudeentwicklung in Richtung West nach Ost erhalten werden solle und damit ein gewisses Spiel in der Höhenentwicklung. Ebenso sei die Idee verworfen worden, die in die Innenblöcke hereinragenden Einheiten zu vergrößern oder aufzustocken. Der Entwurf basiere auf ausdifferenzierten Überlegungen zur Größe dieser Blöcke, um ein Gefühl von Raum und Qualität zu erzeugen.

Bei den Wasserhäusern plante man bisher elf Geschosse. Erhöhe man sie jeweils um ein weiteres, so ergebe sich nur eine leichte Überlappung der Abstandsflächen und man könne trotzdem gesunde Wohnverhältnisse begründen.

Bei dem Hochhaus könne man den Sockel aufstocken und bleibe dennoch auf dem gleichen Niveau wie die Stuhlrohrhallen. Wolle man nun den Rest der erforderlichen Flächen umverteilen, müsste man das Hochhaus um vier Geschosse aufstocken. Dies sei aber in der Höhe für Bergedorf nicht verträglich, man halte jedoch eine Erhöhung um zwei Geschosse für vertretbar.

Es verbleibe damit ein Delta, für das man sich vorstellen könne, in den Stuhlrohrhallen eine Galerieebene einzuziehen und damit zusätzliche Fläche zu erhalten.

 

Herr Tilsner meint, eine Nutzung der Hallen als Markthalle verursache viel Verkehr und fragt, ob dies bei der Planung berücksichtigt worden sei.

 

Frau Moers bittet um Verständnis, dass es noch kein dezidiert ausgearbeitetes Verkehrskonzept gebe. Im Westen der Hallen könnten einige oberirdische Stellplätze errichtet und r Besucher weitere Tiefgaragenplätze geschaffen werden.

 

Auf die Frage von Frau Kotzbau nach der Höhe des Hochhauses nach der vorgeschlagenen Erweiterung um zwei Stockwerke, erwidert Frau Moers, es würden knapp 70 m sein.

 

Weiterhin möchte Frau Kotzbau wissen, ob auch für bewegungseingeschränkte Personen der Zugang zum Wasser ermöglicht werde. Bisher habe man nur viele Treppen gesehen.

 

Herr Gurr zeigt die am Wasser angedachte Rampe, die dies ermögliche.

 

Herr Omniczynski fragt er nach der stärkeren Verschattung auf der rückwärtigen Raumwand der Innenhöfe durch die tieferen Blockgebäude.

 

Frau Moers bestätigt, dass man die Abstandsflächen der verschiedenen Varianten geprüft habe. Sie seien mit ihnen realisierbar.

 

r Herrn Heilmann wird das gesamte Freiraumareal durch die Nutzungsvorschläge zum Spielraum erklärt. Die Höhenvorschläge sehe er kritisch, eine Teilnutzung der Stuhlrohrhallen für andere Nutzungen könne er sich vorstellen.

 

Herr Kolwa meint, dass sich die Wohnverhältnisse durch die vorgestellten Veränderungen nicht verbessern würden. Eine Beratung in den Fraktionen helfe nicht weiter, r eine Entscheidung benötige man mehr Wissen, z.B. ein Besonnungsgutachten. Ferner spricht er die Nutzungen in den Erdgeschossen im Quartier an und fragt, was mit den bisherigen gewerblichen Nutzern, insbesondere den großflächigen Betrieben geschehen solle.

 

Herr Czaplenski verweist auf die Grundsatzentscheidung, dass es im Gesamtquartier Gewerbe geben werde. Die Qualität des Quartiersnge entscheidend von der Nutzung der Erdgeschosse ab.

 

Herr Happ (Buwog) berichtet von einem Treffen mit Musik von Merkl. Da der bisherige Standort abgerissen werde, müsse dieser einmal umziehen. Die Buwog tue ihr Möglichstes, um ihn zu unterstützen und zwischendurch zu zeigen, dass es eine langfristige Perspektive für ihn gebe. Man habe in dem Gespräch die künftig benötigte Flächengröße und die Westspitze zur Stuhlrohrstraße und zum Weidenbaumsweg hin definiert, wo er auf 600 qm (15 m Tiefe / 40 m Breite) seinen Laden eröffnen würde. Diese Option räume man ihm ein.

Der Baby-Markt würde aus persönlichen Beweggründen des Inhabers schließen, wobei man diese Nutzung gerne im Quartier erhaltentte.

Die beiden Nutzer der Stuhlrohrhallen seien zwingend darauf angewiesen, dass sie ausreichend Stellplätze zur Verfügung tten und die Autoverkehre sie einfach erreichen. Der Plan sehe solche Stellplätze und Erreichbarkeiten nicht vor.

Das Sofahus würde die Anlieferung durch LKWs über eine Rampe erwarten. Das vorgestellte Konzept sehe solche dafür geeignete Innenhöfe nicht vor.

Diese drei großflächigen Betriebe würden nicht in ein urbanes Wohn- und Gewerbegebiet gehören undssten sich eine neue Location suchen. Dafür tten sie die Bergedorfer Wirtschaftsförderung an ihrer Seite, aber auch die Bowog unterstütze, soweit sie dies könne.

 

Herr Scharnke verweist darauf, dass bei der Variante, Kita in den Stuhlrohrhallen, keine Außenspielflächen vorgesehen seien.

 

Frau Moers antwortet, dass eine Kita an dieser Stelle eine besondere sei und man sich überlegt habe, Freiflächen auf dem Dach integriert in die Kubatur zu errichten oder sie etwas entfernt von den Hallen zu planen.

 

Herr Illmer stellt die grundsätzliche Frage nach dem Erfordernis einer Baumassenumverteilung, die aus Sicht des Investors sicherlich nachvollziehbar sei. Das mit dem Entwurf vorgestellte Konzept sei doch bis auf die Stuhlrohrhallen ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept gewesen. Er habe bis auf den Sockel im Hochhaus mit den vorgestellten Änderungen Bauchschmerzen.

 

Herr Czaplenski verweist auf den Beschluss, 800 Wohneinheiten pro Jahr in Bergedorf zu genehmigen. Er halte das Stuhlrohrquartier für die geeignetste Stelle in Bergedorf, an der diese Vorgabe umgesetzt werden könne.

 

Herr Omniczynski sieht den größten Diskussionsbedarf bei der vorgestellten Höhenentwicklung und möchte das Thema nochmals in den Fraktionen diskutieren.

 

Herr Czaplenski verweist darauf, dass die Verwaltung lediglich den Bearbeitungsstand der von der Jury geforderten Überarbeitungserfordernisse darstellen wolle. Details seien noch nicht ausgeplant. Die Verwaltung bitte die Politik um ein Richtungssignal dafür, mit der Überarbeitung des Entwurfs auf der Grundlage der vorgestellten Überlegungen weiterzumachen.

 

Herr Omniczynski will auch über diese Richtungsentscheidung noch intern beraten und möchte sie erst in der nächsten Sitzung treffen.

 

Herr Czaplenski schlägt vor, zur Vorbereitung die sich aus den Beratungen ergebenen Fragen im AK Kern am 19.04.2017 zu klären und bittet auch den Investor, an dieser Sitzung teilzunehmen.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss schließt sich beiden Vorschlägen an. Der Tagesordnungspunkt wird auf die nächste Sitzung vertagt.


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig

 

Ja-Stimmen:

Nein-Stimmen:

Enthaltungen: