Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Projekt "Natürlich Hamburg"  

 
 
Sitzung des Umweltausschusses
TOP: Ö 3
Gremium: Umweltausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 15.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:45 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll

Frau Gaedicke stellt das Projekt „Natürlich Hamburg“ auf Grundlage der dieser Niederschrift beigefügten Präsentation vor.

 

Frau Strehlow bittet um eine Auflistung aller Pflege und Erhaltungspläne (PEP) für den Bezirk Bergedorf und fragt nach dem Personalschlüssel des Projektes.

Frau Gaedicke erklärt, dass dem Projekt derzeit zweieinhalb Stellen zu Verfügung stehen. Mit Beginn der zweiten Phase ist vorgesehen, diesen Personalbestand um weitere zwei Stellen aufzustocken, die dann ebenfalls direkt dort verortet sein werden.

Herr Charles erinnert an die Vorstellung aller aktuellen PEP in vorherigen Sitzungen des Umweltausschusses und kündigt an, der Niederschrift eine Übersicht über alle PEP für Bergedorf der letzten 10 Jahre beizufügen.

 

Protokollnotiz:

 

Folgende Pflege- und Entwicklungspläne wurden in den letzten 10 Jahren erstellt:

 

Grünanlagen:

Eichbaumpark

Grünes Zentrum Lohbrügge

Marschbahndamm und Vierländer Bahndamm

Fleetgrün Neuallermöhe-Ost

Schorrhöhe

 

Naturschutzgebiete:

Zollenspieker

Kirchwerder Wiesen

Die Reit

Kiebitzbrack

Boberger Niederung

Auenlandschaft obere Tideelbe

 

Herr Zaumchte wissen, inwieweit im Zuge des Projektes auf PEP verzichtet und stattdessen Konzepte entwickelt werden sollen. Frau Gaedicke erläutert, dass für Biotopverbände und Magistralen statt PEP Konzepte erstellt werden, um einzelne und sinnhafte Maßnahmen festzulegen. So sollen sich zum Beispiel die Maßnahmen entlang der Magistralen auf einzelne Abschnitte konzentrieren.

 

Die Vorsitzende begrüßt, dass das Projekt für einzelne Flächen bedeutende Fortschritte mit sich bringt, befürchtet jedoch, dass sich die zur Verfügung stehenden Mittel letztendlich auf zu viele Flächen verteilen.

Sie fragt, inwieweit die Bezirke Einfluss auf die Prioritäten bei der zeitlichen Umsetzung der einzelnen Maßnahmen nehmen können.

Frau Gaedicke betont die gute finanzielle Ausstattung des Projektes. Sie beschreibt die Projektkulisse als Suchraum, in dem die beteiligten Planungsbüros geeignete Ziele empfehlen. So werden einzelne Bereiche herausgehoben, weshalb es nicht überall zu tatsächliche Veränderungen kommen wird. Die Maßnahmen sollen in einem Zeitraum von 10 Jahren umgesetzt werden. Hierfür gibt es jedoch noch keine festgelegte zeitliche Abfolge.

 

Auf Nachfrage von Herrn Dr. Friese beschreibt Frau Gaedicke, dass das Projekt  seitens der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) so konzipiert wurde, dass es am Förderprogramm des Bundes für biologische Vielfalt partizipieren kann. Die betreffenden Flächen wurden im Kontakt mit den jeweiligen Bezirken identifiziert.

 

Herr Froh mahnt die Einbindung von Bürgern und Politik an. Frau Gaedickeumt ein, dass eine solche Beteiligung bislang nicht stattfand. Es handelt sich hier auch um kein Beteiligungsprojekt, so dass lediglich die fachliche Öffentlichkeit einbezogen wurde.

Herr Froh kritisiert deutlich, dass die Werkstattgespräche ohne Öffentlichkeit stattfanden und bittet künftig und insbesondere hinsichtlich Maßnahmen in den Vier- und Marschlanden, Bürger und Politik einzubinden.

 

Zudem kritisiert Herr Froh, dass Projektflächen in Reitbrook eingezäunt wurden. Laut Frau Gaedicke ist zwar eine gute Besucherlenkung Ziel des Projekts. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Besucher mit Zäunen ausgeschlossen werden. Zu dem konkreten Projekt in Reitbrook kann sie jedoch keine Stellung nehmen.

 

Herr Froh fragt, welche Maßnahmen im Eichbaumpark im Angesicht der dortigen Nutzungen durch Pferde und Hunde sowie der Ausweisung des Sees als Badegewässer überhaupt möglich sind. Laut Frau Gaedicke wird diese Frage durch ein beauftragtes Planungsbüro untersucht. Herr Charles betont, dass das Projekt das Ziel verfolgt, genutzte Flächen ökologisch aufzuwerten.   

 

Aufgrund einer Frage von Frau Michiels-Lein beschreibt Frau Gaedicke, dass die Öffentlichkeit begleitend zur Umsetzung der Maßnahmen informiert wird. So soll zum Beispiel der Blick auf naturbelassene Flächen geöffnet werden, auf denen der Aufbau der Artenvielfalt vorangebracht werden kann. Sie bekräftigt jedoch, dass eine weitergehende Einbindung der Öffentlichkeit nicht vorgesehen ist. Dies wäre mit dem vorhandenen Stellenschlüssel auch nicht leistbar.

Frau Gaedicke kann sich allerdings eine Erweiterung der geplanten Feedback-Runden, zu denen auch die bezirkliche Politik herzlich eingeladen ist, vorstellen. Zudem weist sie auf die in der beigefügten Präsentation genannte Kontaktadresse hin und lädt die Anwesenden ein, auf diesem Weg ihre Ideen und Anregungen mitzuteilen. 

 

Herr Dr. Friesette sich eine Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit bereits bei der Auswahl der Flächen gewünscht.

 

Herr Thomsen erinnert an eine aus dem Bezirksverwaltungsgesetz folgende Verpflichtung, insbesondere Kinder- und Jugendliche einzubinden.

Frau Gaedicke hebt die Bildungsarbeit als bedeutendes Ziel des Projektes hervor. So sollen in Zusammenarbeit mit der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) Schulen an die Naturschutzhäuser herangeführt werden, damit diese vor Ort Fachunterricht anbieten können. Zudem besteht ein Kontakt zum Landesinstitut r Lehrerfortbildung. Hier geht es um die naturnahe Gestaltung von Schulhöfen.

 

Herr Zaum verortet in den Vier- und Marschlanden eine besonders interessierte Öffentlichkeit und wünscht sich vor diesem Hintergrund, dass Frau Gaedicke ihren Vortrag auch noch einmal vor dem Regionalausschuss hält.