Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Bau eines Schwimmbades in Neuallermöhe  

 
 
Sitzung des Fachausschusses für Sport und Bildung
TOP: Ö 7
Gremium: Fachausschuss für Sport und Bildung Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 09.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:18 Anlass: Sitzung
Raum: Kleiner Sitzungssaal, Erdgeschoss
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
20-2014 Bau eines Schwimmbades in Neuallermöhe
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:CDU-Fraktion
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
 
Protokoll

Herr Dietrich erläutert ausführlich den aus der BV überwiesenen Antrag. Seines Erachtens sollte der Bau eines weiteren Schwimmbades unabhängig von dem im Masterplan für Oberbillwerder vorgesehenen Rehabilitations- und Bewegungsbad vorangebracht werden, da Bergedorf bereits heute aufgrund seiner aktuell 130.000 Einwohner mit steigender Tendenz einen entsprechenden Bedarf hat. Das Bille-Bad eignet sich zudem nicht einmal zur Austragung offizieller Wettkämpfe.

Hinzu kommt, dass die Stadt bereits Eigentümerin einer geeigneten Fläche in Neuallermöhe südlich am Bahndamm und westlich des S-Bahnhofs ist. Dieses Grundstück ist scheinbar auch nicht anders zu vermarkten.

 

Der Bau des Schwimmbades sollte zunächst europaweit ausgeschrieben werden, da die Bäderland Hamburg GmbH aufgrund ihrer Schuldenlast nur dann handlungsfähig wäre, wenn die betreffende Fläche ihr gehören würde. Den auf diesem Wege zu suchenden Investoren müsste die Auflage gemacht werden, acht 25m-Bahnen, einen 1 und 3 m-Sprungturm sowie ein Lehrschwimmbecken anzubieten.

 

Herr Dietrich bittet den Fachausschuss, heute zumindest hinsichtlich der Ziffern 1 bis 3 sowie 5 des Petitums einen Beschluss zu fassen.

 

Herr Springbornlt den Bedarf für ein zweites Schwimmbad für unstrittig. Dennoch lehnt seine Fraktion den Antrag ab, da sie den Masterplan umsetzen und das Schwimmbad in diesem Rahmen verwirklichen möchte. Ziel des Masterplans ist schließlich, Oberbillwerder sportbetont zu gestalten, weshalb dort entsprechende Angebote vorhanden sein müssen.

Herr Springborn weist darauf hin, dass sich ein Bad in Neuallermöhe auch nicht kurzfristig realisieren ließe. Trotzdemre dort ein weiteres Bad sinnvoll, wenn es über ein breites Freizeitangebot verfügen würde.

 

Herr Mirbach erklärt, aufgrund der derzeitigen Kapazitätsengpässe sogar drei Schwimmbäder im Bezirk zu befürworten und berichtet von seinem Gespräch mit der Schwimmgemeinschaft Bille. Dies ist ein Zusammenschluss von vier das Bille-Bad nutzenden Vereinen. Diese Gemeinschaft hat ein Nutzungskonzept für drei Bäder erarbeitet und die Kosten für den Bau einer Schwimmhalle auf 1,5 bis 1,8 Mio € taxiert.

 

Herr Dietrich bezieht sich auf die mögliche EU-Förderung eines Bades in Oberbillwerder im Rahmen des Programms „Active City“. Seines Erachtens obliegt es zunächst der Bürgerschaft, politische Prioritäten zu setzen und diese im Rahmen ihres Budgetrechts zu finanzieren.

Die von ihm bezeichnete Fläche liegt fußufig nur höchstens 600 m von Oberbillwerder entfernt, weshalb sie praktisch Teil des gleichen Sozialraums wäre. Er glaubt, dass sich hier ein Bad bis 2022 realisieren ließe, wenn die Planungen umgehend aufgenommen werden.

 

Frau Gündüz gibt zu bedenken, dass die Flächen südlich des Bahndammes gemäß eines älteren Beschlusses des Fachausschusses für Soziales und Integration für seniorengerechtes Wohnen vorgehalten werden sollen. Zudem wäre das Programm „Active City“ im Rahmen der Realisierung Oberbillwerders ein geeigneter Hebel, endlich ein zweites Schwimmbad für den Bezirk voranzubringen.

 

Herr Kubat kann beiden Argumentationen folgen, weshalb er die Bestrebungen, ein Bad in Neuallermöhe zu realisieren, im Hinblick auf die Pläne für ein Rehabilitationsbad in Oberbillwerder für unschädlich hält.

 

Herr Puhle weist auf die Unterhaltskosten von Schwimmbädern hin. Er sieht in deren dauerhafte Finanzierung das größte Problem. Herr Dietrich hofft, dass ein Investor den Unterhalt der ihm auferlegten Angebote durch weitere Einkommensquellen im Bereich Wellness oder Gastronomie querfinanzieren könnte. 

 

Da er an den Diskussionen der letzten Jahre im Fachausschuss nicht teilgenommen hat, fehlen Herrn Stamer Hintergrundinformationen, um heute eine fundierte Entscheidung über den Antrag treffen zu können.

 

Der Fachausschuss nimmt dem Antrag schließlich mehrheitlich mit den 6 Stimmen der CDU, der Linken, der FDP sowie der AFD gegen die 4 Stimmen der SPD und der GRÜNEN an.

 

Der Bezirksversammlung wird berichtet.