Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Geplanter Umzug der HAW (Standort Bergedorf) nach Oberbillwerder  

 
 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Stadtentwicklungsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 04.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:00 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
21-0056 Geplanter Umzug der HAW (Standort Bergedorf) nach Oberbillwerder
     
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
Federführend:Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   
 
Protokoll

Frau Pein legt die Einschätzung der IBA dar, wie sich die HAW in den Masterplan Oberbillwerder einreihen könne. In dem abgestimmten Planbild zu Oberbillwerder sei bereits ein Innovationscampus verortet und es habe klare Planungsaufforderungen in der Auslobung des Wettbewerbs gegeben, eine wissenschaftliche Einrichtung zu ermöglichen.

Inhaltliche Einzelheiten sind den Sitzungsunterlagen und der als Anlage beigefügten Präsentation zu entnehmen.

 

Herr Emrich will die Entscheidung zur Verlagerung der HAW selbst nicht kritisieren, es ist für ihn aber nicht in Ordnung, dass sie bereits vor 2 Jahren ohne Beteiligung der BV und der Bürger erfolgt sei. Spätestens im Masterplan hätte man keinen Platzhalter, sondern ausdrücklich die HAW vorsehen sollen. Zudem würden, da es sich nur um eine Verlagerung der Hochschule von Lohbrügge nach Oberbillwerder handele, längst nicht so viele Arbeitsplätze geschaffen, wie behauptet.

 

Herr Dornquast widerspricht mit Nachdruck der Behauptung, dass vor 2 Jahren der Umzug der HAW nach Oberbillwerder beschlossen worden sei. Bei der Entwicklung des Masterplans habe man stets die Ansiedlung einer wissenschaftlichen Einrichtung mit bewegt. Dass seine in 2016 angedachte Idee, dies könne die HAW sein, jetzt Wirklichkeit werde, sei ein großer Zufall. Damals hätten der Senat und die Wissenschaftsbehörde solche Überlegungen noch nicht gehabt. In der Zwischenzeit habe aber ein Gutachten ergeben, dass der bisherige Standort für die künftige Entwicklung der HAW wegen mangelnder Sanierungsfähigkeit ungeeignet sei. Da es im Bezirk mit Oberbillwerder die Möglichkeit gebe, dass die HAW in Bergedorf bleibe, unterstütze der Senat nach langer Prüfung nunmehr diese Verlagerung.

 

Frau Pein ergänzt, dass die genannten 1.500 Arbeitsplätze sich nicht auf die HAW beziehen, sondern aus einem Auszug des Masterplans stammen, wonach die Ansiedlung einer Ankernutzung gewünscht werde, die das Potenzial zur Schaffung von 1.500 Arbeitsplätzen habe.

 

Herr Prof. Teuscher berichtet, dass er im ersten Jahr seiner Tätigkeit ab Mai 2017 mit der enormen baulichen Problematik des jetzigen Gebäudes konfrontiert worden sei. Das Umfeld lässt aus seiner Sicht keine Ausbaumöglichkeiten zu. Bei der gutachterlichen Untersuchung des Standorts habe im Vordergrund gestanden, ob eine Sanierung wirtschaftlich sei. Erst im Rahmen dieser Diskussion sei dann auch der Standort Oberbillwerder aufgetaucht.

 

Herr Heilmann begrüßt, dass die HAW in Bergedorf bleibe, kritisiert aber, davon erst aus der Zeitung erfahren zu haben. Die Politik wolle bei Standortfragen beteiligt werden. Zudem sei nicht klar, was mit dem alten Gebäude geschehen solle.

 

Herr Dornquast betont, dass der Senat und auch das Bezirksamt die Politik und die Öffentlichkeit geordnet informieren wollte, welche Überlegungen zur HAW angestellt worden seien, welche Schlussfolgerungen daraus resultieren und welche Ziele man verfolge. Diese Absicht sei aber durch vorzeitige Information der Presse durch eine andere Quelle konterkariert worden. Zum Standort Oberbillwerder mit einer stadteigenen Fläche an einem direktem ÖPNV- Anschluss gebe es im Bezirk keine Alternative. Die Wissenschaftsbehörde habe die entsprechende Grundsatzentscheidung getroffen. In der Feinabstimmung der räumlichen Unterbringung sei noch eine Menge an Themen zu regeln, was sicherlich gemeinsam erfolgen werde. Zum Standort Lohbrügge fordert Herr Dornquast die Politik dazu auf, gute Ideen für eine Nachnutzung zu entwickeln, die nicht nur einfach Wohnungsbau beinhalten.

 

Es brauche ein für Lohbrügge nützliches Nachnutzungskonzept, meint Herr Emrich. Es könne sich dort eine Schule oder Kita, aber auch eine Veranstaltungshalle vorstellen.

 

Frau Petersen-Griem hofft, dass es gelinge, die HAW in Oberbillwerder wirklich einzubinden und den Stadtteil zu beleben, was in Lohbrügge eben nicht geklappt habe. Da der Umzug erst in einigen Jahren erfolge, bleibe genügend Zeit, zusammen mit den Lohbrügger Bürgern und Bürgerinnen Ideen für den Standort zu entwickeln.

 

Herr Fleige ist der Ansicht, wenn man sich als Fraktion an den vielen Beteiligungsformaten zu Oberbillwerder beteiligt habe, sei man auch über alles gut informiert worden.

 

Herr Prof. Teuscher berichtet, dass der Standort Lohbrügge von ehemals 900 Studierenden auf aktuell 3.800 angewachsen sei. Die Unterbringung erfolge teilweise in Containern. Die Studierenden und der Lehrkörper würden durch die schlechte Isolierung der Gebäude unter den Temperaturschwankungen leiden, auch brauche man bessere Labore. Für den Gesundheitscampus seien neue Studiengänge, wie Pflegewissenschaften angedacht. Die HAW wolle in Oberbillwerder kein monolithisches Großprojekt sondern eine vielfältige Baustruktur, zwischen denen sich die Studenten bewegen.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 SEA Protokoll 04.09.2019_ TOP 6_HAW in OBW (3912 KB)