Bezirksversammlung Bergedorf

Auszug - Taubenproblematik in Bergedorf  

 
 
Sitzung des Fachausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Verbraucherschutz
TOP: Ö 4
Gremium: Fachausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verbraucherschutz Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 12.02.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:55 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal, 1.Stock
Ort: Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
 
Protokoll

Frau Gentzsch berichtet zum Thema. Die ihren Ausführungen zugrunde liegende Präsentation ist dieser Niederschrift als Anlage beigefügt.

Sie begrüßt im Zuge ihres Vortrags die Leiterin des Marktkauf-Centers auf der Besuchertribüne und teilt mit, dass sich Marktkauf für die Errichtung eines Taubenschlags auf dem Gebäude interessiert, sofern mindestens zwei weitere Schläge im Bergedorfer Zentrum gebaut werden. Für eine ausreichende Abdeckung der Einkaufszone Alte Holstenstraße/Sachsentor wären vier Taubenschläge optimal.

 

Der Vorsitzende fragt, inwieweit Taubenschläge auch in Wohngebieten sinnvoll und möglich wären. Frau Gentzsch verweist auf einen durch die SAGA finanzierten Taubenschlag in Mümmelmannsberg als Pilotprojekt in einer Wohnsiedlung. Die Beschränkung auf die Einkaufszone soll bloß ein Anfang sein und wurde auch aufgrund des aktuellen Interesses von Marktkauf vorgenommen.

 

Auf Nachfragen von Herrn Diers berichtet Frau Gentzsch, dass 65 Städte in Deutschland Taubenschläge eingerichtet haben, ohne dass es negative Rückmeldungen gegeben hat. Die hierdurch ausgetauschten Taubeneier werden statistisch erfasst. Laut Frau Gentzsch ist ein Minijobber in der Lage, zwei Taubenschläge zu betreuen. Wenn in Bergedorf zunächst vier Schläge eingerichtet würden, gäbe es somit zwei Minijobber, die sich ggf. auch gegenseitig vertreten könnten.

Der einzige Taubenschlag in Hamburg, der durch die Stadt betreut wird, erhält jährliche Zuschüsse von 10.000 €.

 

Herrn Schütt erläutert Frau Gentzsch, dass ein städtischer Taubenbeauftragter für die Koordination des Taubenmanagements im Stadtgebiet verantwortlich sein sollte. Dieser würde zum Beispiel die Aufstellung weiterer Taubenschläge initiieren und der Standorte koordinieren, die Verträge mit anderen Akteuren wie der Bahn, die Dienstaufsicht über die Betreuer und den zentralen Einkauf von Materialien für die Taubenschläge beinhalten. 

 

Als positives Beispiel benennt Frau Gentzsch auf Bitten von Frau Wohnrath die Stadt Augsburg, in der es mit vier Taubenschlägen gelungen ist, die Tauben fast vollständig aus dem Straßenbild fernzuhalten. Sie schätzt den Bedarf für ganz Hamburg auf 90 Schläge.

 

Herr Mirbach begrüßt die Initiative, da herkömmliche Methoden bislang nicht zielführend waren. Seines Erachtens sollten Hamburg und Bergedorf hier initiativ werden.

 

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass die Bezirke nur Hilfestellungen geben können, da die Stadt als Ganzes betroffen ist. Frau Gentzsch berichtet, dass sie mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz als oberster Veterinärbehörde seit 2004 in Kontakt steht. Bislang wurden ihre Vorschläge dort jedoch abschlägig beschieden. Außerdem wurden 2019 zwei diesbezügliche Anträge in der Bürgerschaft mit der Regierungsmehrheit abgelehnt.

 

Der Vorsitzende berichtet, dass es aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig ist, zur Reduzierung der Gänsepopulation Eier zu entfernen bzw. diese aufzustechen und fragt in diesem Zusammenhang nach, ob das auch für Taubeneier zum Problem werden könne. Frau Gentzsch erinnert daran, dass Tauben nicht als Wildtiere gelten, weshalb die einschlägigen Vorschriften des Naturschutzrechts hier nicht greifen. Herr Hoffmann weist in diesem Kontext auch auf die früher bereits erfolgten Bemühungen der BGV sowie die bereits erwähnten Projekte in anderen Städten hin; gäbe es hier ein naturschutzrechtliches Problem, hätte das dort bereits zum Scheitern der Projekte geführt.

 

Der Vorsitzende dankt für den ausführlichen Vortrag und stellt es den Fraktionen anheim, hier initiativ zu werden. Seines Erachtens handelt es sich eher um ein Thema für die Bürgerschaft.