Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XIX-1985  

 
 
Betreff: Wohnen am Mohnhof / Ergebnis des Gutachterverfahrens
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Aktenzeichen:750.00-01
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Stadtplanungsausschuss
07.05.2014 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Am 15.01.2014 hat der Stadtplanungsausschuss der Auslobung des städtebaulichen Gutachterverfahrens mit hochbaulicher Vertiefung zugestimmt. Im Rahmen des Gutachterverfahrens haben sechs ausgewählte Architekturbüros Bebauungsvorschläge für das Glunzgelände (Fokusraum) sowie den westlich angrenzenden perspektivischen Betrachtungsraum entwickelt.

 

Die Jurysitzung hat am 24.04.2014 stattgefunden und den Siegerentwurf mit dem Ergebnis 6:1 Stimmen ausgewählt. In der stimmberechtigten Jury vertreten waren neben der Verwaltung, dem Investor und freien Architekten auch Vertreter der SPD- und CDU-Fraktion.

 

Der Siegerentwurf wurde erstellt von dfz Architekten (Hamburg) und ist in der Anlage dargestellt. Die städtebauliche Struktur und Gliederung der Gebäude sowie der im Vergleich zu den anderen Entwürfen lockere, um einen zentralen halböffentlichen Quartiersplatz mit Spielbereich gruppierte Bebauung im Innenhof des Fokusraumes überzeugte die Jury.

 

Fokusraum

Im Norden an der Bergedorfer Straße wird die bestehende Straßenrandbebauung mit zwei Gebäuden mit fünf Geschossen plus Staffelgeschoss fortgeführt und dient dem Lärmschutz auf dem dahinter liegenden Baufeld. An der Töpfertwiete und im Innenhof werden kleinteilige, dreigeschossige Baukörper plus Staffelgeschoss in Ost-West- und Nord-Süd- Ausrichtung platziert.

 

Die Fassadengestaltung sieht eine Ablesbarkeit der Wohneinheiten in verschiedenen Klinkerfarben vor, die zum Innenhof des Fokusraumes kleinteiliger ist als zur Bergedorfer Straße. Durch die differenzierten und klar proportionierten Baukörper fügt sich das neue Quartier harmonisch in die umgebende Bestandsbebauung ein.

 

Insgesamt sind 78 Wohneinheiten für den Fokusraum vorgesehen. Hiervon entfallen knapp über Hälfte auf 2- und 2,5-Zimmer-Wohnungen und ca. ein Viertel auf 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Der Anteil an gefördertem Wohnraum wird vorwiegend an der Bergedorfer Straße nachgewiesen. Im inneren Teil der Wohnanlage befinden sich die frei finanzierten Mietwohnungen. Die Grundrisstypologien werden entsprechend der Lage im Planungsgebiet gewählt. Für das vielfältige Wohnangebot wird überwiegend das Prinzip Durchwohnen verfolgt, die Ausbildung in Zwei- oder Dreispänner ist flexibel wählbar, bei Ausbildung eines Dreispänners sind kleine Wohneinheiten einseitig zur lärmabgewandten Seite orientiert.

 

Die privaten Stellplätze sind in einer Tiefgarage untergebracht, deren Zufahrt sich im unteren Bereich der Töpfertwiete befindet. Von der Tiefgarage aus ist jedes Gebäude erreichbar. In der Töpfertwiete wird öffentlicher Parkraum zur Verfügung gestellt.

 

Perspektivischer Betrachtungsraum

Entlang der Bergedorfer Straße wird der städtebauliche Entwurf des Fokusraumes weitergeführt, im Inneren des Betrachtungsraumes sind aneinandergereihte Stadthaustypen vorgesehen. Der Entwurf berücksichtigt den vorhandenen Einzelhandel an der Bergedorfer Straße, indem er eine eingehauste Anlieferzone vorsieht. Hinsichtlich der Höhen- und Fassadengestaltung weist der perspektivische Betrachtungsraum eine ähnliche Gestaltung wie der Fokusraum auf.

 

Weiterentwicklung des Entwurfes

Die Jury hat Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Entwurfes für den Fokusraum gegeben. Diese betreffen u.a. eine Veränderung der Grundrissstruktur im nördlichen Gebäuderiegel in Bezug auf den Lärm, die Veränderung der Fassadengestaltung (Vorschlag: weniger kleinteilig, ruhiger), die Prüfung der Geschossigkeit der Gebäude im Innenhof (Vorschlag: ein Geschoss mehr zur Erhöhung der Wohneinheiten), die Überprüfung der Lage der Zufahrt der Tiefgarage (Vorschlag: von der Rektor-Ritter-Straße aus), die Schaffung von mehr Fahrradstellplätzen, die Anordnung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus (Vorschlag: auch im Gebäuderiegel an der Töpfertwiete) sowie die Weiterentwicklung des energetischen Konzepts.

 

Empfehlung

Die Verwaltung empfiehlt dem Stadtplanungsausschuss, das Ergebnis des städtebaulichen Gutachterverfahrens mit hochbaulicher Vertiefung als Grundlage für die Erarbeitung des Bebauungsplanes zu nehmen.


Petitum/Beschluss:

Der Stadtplanungsausschuss nimmt das Ergebnis des Gutachterverfahrens zustimmend zur Kenntnis.


Anlage/n:

Auszüge aus den Planunterlagen des Siegerbüros (Lageplan, Ansicht, Grundrisse)