Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XIX-1987  

 
 
Betreff: Workshopverfahren Nahversorgung Zollenspieker
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Aktenzeichen:750.00-01
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Stadtplanungsausschuss
07.05.2014 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Auf der Fläche der ehemaligen Kamps Brotfabrik im Kreuzungsbereich Süderquerweg/ Auf dem Sülzbrack soll ein Nahversorgungszentrum entstehen. Ein REWE-Markt als zentrales Element dieses Zentrums ist bereits genehmigt und in Bau. Um über die Gestaltung und Anordnung der weiteren baulichen Anlagen zu entscheiden, hat der Eigentümer des Grundstücks gemeinsam mit dem Bezirksamt Bergedorf ein städtebaulich-freiraumplanerisches Worskhopverfahren durchgeführt.

 

Die Jury, bestehend aus Verwaltung, dem Auslober, freien Architekten sowie Vertretern der vier Fraktionen tagte am 16.04.2014. Die Entscheidung für den 1. Preis fiel mit 8 Ja-Stimmen, und 2 Gegenstimmen.

 

1. Preis

Der Siegerentwurf wurde erstellt von dem Büro „Schaltraum Architekten“ aus Hamburg gemeinsam mit LOIDL Landschaftsarchitekten. Städtebaulich nimmt der Entwurf die lineare Struktur der Vier- und Marschlande auf. Die Vierländer Volksbank wird nördlich des REWE-Marktes angeordnet. Parallel zur Straße Auf dem Sülzbrack sind drei schmale Gebäude vorgesehen.  Der dreigeschossige Kopfbau soll durch eine Apotheke und ein Ärztehaus genutzt werden. Die beiden weiteren Gebäude sind eingeschossig vorgesehen. In der Mitte entsteht somit ein langer Parkplatz, der funktional ist und durch Baumreihen in lockerem Rhythmus und ein Entwässerungssystem aus Mulden und Rigolen gut gegliedert ist. Nach Süden ist der Platz durch eine eingeschossige Halle gefasst.

 

Besonderes Gestaltungselement ist der Boulevard, der durch die bewegte Kante der drei neuen Gebäude mit  großformatigen Unterschnitten im Erdgeschoss entsteht, und attraktive Aufenthalts- und Bewegungsbereiche schafft. Zur östtlich angrenzenden Wohnbebauung wird eine geschlossene, ruhige Seite mit Nebenräumen ausgebildet. Die geschlossene Bebauung entlang der Straße Sülzbrack schirmt die vorhandene Wohnbebauung gut von den entstehenden Geuschemissionen ab.

 

Durch ihre Dimension, Ausrichtung und mit der Ausbildung von flach geneigten Dächern orientiert sich die vorgeschlagene Bebauung an den Strukturen der Umgebung. Als Fassadenmaterial wird überwiegend Holz vorgeschlagen, so dass eine Erinnerung an alte ländliche Hallenbauten entsteht und Wärme und Behaglichkeit erzeugt wird. Für die Volksbank wird eine klare rechteckige Kubatur vorgeschlagen, die  durch eine Abstaffelung Rücksicht auf das am Süderquerweg vorhandene Fachwerkgebäude nimmt. Das Material des dunkelroten Klinkers vermittelt zwischen dem Altbestand und dem neuen Zentrum.

 

Die Erschließung erfolgt über eine getrennte Zu- und Abfahrt vom Süderquerweg. Die Anlieferung aller Geschäfte erfolgt vom Parkplatz aus. Für eine mögliche Wochenmarktnutzung wird ein Bereich im Südosten des Parkplatzes vorgeschlagen. Die Marktfläche kann jedoch nach Bedarf z.B. an Sonntagen flexibel weiter ausgedehnt werden.

 

Im nächsten Überarbeitungsschritt soll überprüft werden, ob eine Wohnnutzung in dieses Konzept integriert werden kann und ob die vorgeschlagenen drei Baukörper im Westen in vier Baurper aufgeteilt werden können. Außerdem müssen die Feuerwehraufstellflächen für den bereits genehmigten Umbau des Silos zum Wohnturm berücksichtigt werden.

 

Weiteres Vorgehen

Aktuell wird durch die Verwaltung ein öffentlich-rechtlicher Vertrag vorbereitet, durch den der Investor verpflichtet werden soll, sich bei der weiteren Entwicklung des Grundstücks an die Ergebnisse des Workshopverfahrens zu binden.


Petitum/Beschluss:

Der Stadtplanungsausschuss nimmt das Ergebnis des Gutachterverfahrens zur Kenntnis.

 


Anlage/n:

Auszüge aus den Planunterlagen des Siegerbüros Schaltraum Architekten