Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0225  

 
 
Betreff: Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014
Status:öffentlichDrucksache-Art:Große Anfrage nach § 24 BezVG
Verfasserin:Fraktion DIE LINKE
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
27.11.2014 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Große Anfrage der BAbg. Jobs, Mirbach, Sturmhoebel, Winkler - Fraktion DIE LINKE

 

Das Projekt „Integration durch Bildung“ hat seit 2009 Einzelfallarbeit geleistet sowie Gruppenangebote organisiert und durchgeführt. Zu der Einzelfallarbeit gehörten die Schüler/innen- und Elternberatung, die Erziehungsberatung und die Vermittlung in weitere Unterstützungsangebote (andere Projekte und Einrichtungen im Stadtteil, Beratungsstellen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Psychotherapeuten, Ärzte etc.). Dabei hatten auch Übersetzungshilfen und Informationen für die Eltern eine große Bedeutung.

Weiterhin wurden Lernbegleitungen als kurzfristige Maßnahme im Übergang, zum Beispiel zur Schulbegleitung oder zu einer Kur, durchgeführt. Darüber hinaus fand Einzelförderung unterschiedlicher Kompetenzen für die Schüler/innen, auch im Zusammenhang mit Beratungsmaßnahmen für die Eltern, statt. Die Einzelfallarbeit und –förderung geschah gleichermaßen im schulischen und außerschulischen Rahmen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften sowie mit den Eltern kennzeichnete die Arbeit.

Die Gruppenangebote wurden bedarfsorientiert, schnell und überwiegend in enger Kooperation mit den im Stadtteil aktiven Einrichtungen organisiert. Einige Beispiele aus dem Jahr 2014:

  • Gruppen „Ich und Wir“ (Koop. Haus Warwisch e.V.) zur Stärkung der sozialen Kompetenz,
  • Bewegungs- und Entspannungskurs (IdB-Honorarkraft) in STS Lohbrügge,
  • Jungengruppe im Jungentreff Billebogen AWO für Schüler der Grundschule MER,
  • Individuelle Förderung für neu zugewanderte Schülerinnen (IdB-Honorarkraft) in STS RLW,
  • Prüfungsvorbereitung für Schülerinnen und Schüler der STS Loh. und STS RLW,
  • Gruppe „Sprache und Spiel“ für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Leuschnerstraße (Honorarkraft von Haus Warwisch e.V.),
  • Gruppe für übergewichtige Jungen (IdB-Honorarkraft) STS Loh.

Der Schwerpunkt der IdB Projektarbeit lag in:

  • der schnellen und unbürokratischen Organisation bzw. Umsetzung von  Unterstützungsmaßnahmen,
  • Elternberatung (mit besonderer Berücksichtigung der neu zugewanderten Familien),
  • Schaffung und Umsetzung von Kooperationsstrukturen zwischen dem Projekt, den Schulen, dem ReBBZ und dem ASD, die der Optimierung der Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und ihre Familien gedient haben.

 

Schulische sowie außerschulische Angebote und Möglichkeiten zu kennen und deren Nutzung durch Schüler/innen und Eltern durch vielfältige Unterstützung zu ermöglichen ist eine Stärke des Projektes. Der enge Kontakt zu Lehrkräften und Schüler/innen war dabei bedeutend.

Auszug aus dem letzten Protokoll der Projektgruppe im September:

"Die Vernetzungsarbeit (regelmäßig an einem Tisch sitzen) zwischen IdB, beteiligten Schulen, ASD und ReBBZ wurde als wichtig und gelungen beschrieben. Neben dem fachlichen Austausch wurden jedoch weitere Bedarfe genannt. Zum einen nach schnellen, unbürokratischen und flexiblen Hilfen wie z.B. den kurzfristigen Lernbegleitungen und zum anderen nach Unterstützung bei der Arbeit mit zugewanderten Familien. Vor allem in den Fällen, wo andere Maßnahmen (noch) nicht greifen (ReBBZ, Jugendamt), wird aus Sicht der Beteiligten weiterhin dringend Unterstützung benötigt.

Viele der eingewanderten Familien, vor allem die in den Wohnunterkünften wohnen, brauchen dringend Unterstützung bei der Nutzung der Regeleinrichtungen durch ihre Kinder wie Schule und Kita : Z.B. Gespräche führen, Auswahl Schule/Kita, Anmeldung, Formulare, GBS, Essensbestellungen, Konzepte verstehen, Schulordnung, Klassenregeln, Klassenfahrten, Freizeitangebote etc.

Aus Sicht der Projektgruppe wird hier ein Management gebraucht, welches Maßnahmen entwickelt, „über den Tellerrand schaut“ und dafür sorgt, dass vorhandene Ressourcen von Eltern, Kindern und Jugendlichen genutzt werden können. Ein „Willkommensmanagement“.

Die Diskussion zeigte, dass eine übergreifende Strategie zum Umgang mit den zunehmend zuwandernden Familien benötigt wird."

 

Fragen:

Wir fragen die Verwaltung:

 

  1.                Welche Träger oder Einrichtungen können ab 2015 die breiten flexiblen und vom Programm her unspezifischen Hilfen (besonders mit dem Fokus auf Schüler/innen aus Familien mit Migrationsgeschichte) übernehmen und fortführen, die bis Ende 2014 von Integration durch Bildung erbracht worden sind?.
  2.                Falls es Träger oder Einrichtungen gibt, die diese zusätzlichen Aufgaben übernehmen können, wie werden sie für diese zusätzlichen Aufgaben finanziell ausgestattet?
  3.                Geht die Verwaltung davon aus, dass es keinen Bedarf mehr für die genannten Aufgaben gibt?
  4.                Sieht die Verwaltung zwar den Bedarf, aber kann dem nicht mehr wegen fehlender Ressourcen mit einem Angebot entsprechen?
  5.                Welche Konsequenzen erwartet die Verwaltung aus dem Wegfall der Angebote?
  6.                Falls es keine Träger oder Einrichtungen gibt, die diese Aufgaben übernehmen können, die Aufgaben jedoch als notwendig und sinnvoll erachtet werden, fragen wir, warum Integration durch Bildung nicht weiter gefördert wird, um seine Arbeit fortsetzen zu können.

 


Petitum/Beschluss: ---

 


Anlage/n:---  

Stammbaum:
20-0225   Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014   Dezernat Steuerung und Service   Große Anfrage nach § 24 BezVG
20-0225.1   Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014   Dezernat Steuerung und Service   Antwort