Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0225.1  

 
 
Betreff: Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort
Verfasserin:Fraktion DIE LINKEAktenzeichen:303.00-01
  Bezüglich:
20-0225
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
18.12.2014 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zurückgestellt   
29.01.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Antwort auf die Große Anfrage der BAbg. Jobs, Mirbach, Sturmhoebel, Winkler - Fraktion DIE LINKE

 

 

Das Projekt „Integration durch Bildung“ hat seit 2009 Einzelfallarbeit geleistet sowie Gruppenangebote organisiert und durchgeführt. Zu der Einzelfallarbeit gehörten die Schüler/innen- und Elternberatung, die Erziehungsberatung und die Vermittlung in weitere Unterstützungsangebote (andere Projekte und Einrichtungen im Stadtteil, Beratungsstellen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Psychotherapeuten, Ärzte etc.). Dabei hatten auch Übersetzungshilfen und Informationen für die Eltern eine große Bedeutung.

Weiterhin wurden Lernbegleitungen als kurzfristige Maßnahme im Übergang, zum Beispiel zur Schulbegleitung oder zu einer Kur, durchgeführt. Darüber hinaus fand Einzelförderung unterschiedlicher Kompetenzen für die Schüler/innen, auch im Zusammenhang mit Beratungsmaßnahmen für die Eltern, statt. Die Einzelfallarbeit und –förderung geschah gleichermaßen im schulischen und außerschulischen Rahmen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften sowie mit den Eltern kennzeichnete die Arbeit.

Die Gruppenangebote wurden bedarfsorientiert, schnell und überwiegend in enger Kooperation mit den im Stadtteil aktiven Einrichtungen organisiert. Einige Beispiele aus dem Jahr 2014:

  • Gruppen „Ich und Wir“ (Koop. Haus Warwisch e.V.) zur Stärkung der sozialen Kompetenz,
  • Bewegungs- und Entspannungskurs (IdB-Honorarkraft) in STS Lohbrügge,
  • Jungengruppe im Jungentreff Billebogen AWO für Schüler der Grundschule MER,
  • Individuelle Förderung für neu zugewanderte Schülerinnen (IdB-Honorarkraft) in STS RLW,
  • Prüfungsvorbereitung für Schülerinnen und Schüler der STS Loh. und STS RLW,
  • Gruppe „Sprache und Spiel“ für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Leuschnerstraße (Honorarkraft von Haus Warwisch e.V.),
  • Gruppe für übergewichtige Jungen (IdB-Honorarkraft) STS Loh.

 

Der Schwerpunkt der IdB Projektarbeit lag in:

  • der schnellen und unbürokratischen Organisation bzw. Umsetzung von  Unterstützungsmaßnahmen,
  • Elternberatung (mit besonderer Berücksichtigung der neu zugewanderten Familien),
  • Schaffung und Umsetzung von Kooperationsstrukturen zwischen dem Projekt, den Schulen, dem ReBBZ und dem ASD, die der Optimierung der Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und ihre Familien gedient haben.

 

Schulische sowie außerschulische Angebote und Möglichkeiten zu kennen und deren Nutzung durch Schüler/innen und Eltern durch vielfältige Unterstützung zu ermöglichen ist eine Stärke des Projektes. Der enge Kontakt zu Lehrkräften und Schüler/innen war dabei bedeutend.

Auszug aus dem letzten Protokoll der Projektgruppe im September:

"Die Vernetzungsarbeit (regelmäßig an einem Tisch sitzen) zwischen IdB, beteiligten Schulen, ASD und ReBBZ wurde als wichtig und gelungen beschrieben. Neben dem fachlichen Austausch wurden jedoch weitere Bedarfe genannt. Zum einen nach schnellen, unbürokratischen und flexiblen Hilfen wie z.B. den kurzfristigen Lernbegleitungen und zum anderen nach Unterstützung bei der Arbeit mit zugewanderten Familien. Vor allem in den Fällen, wo andere Maßnahmen (noch) nicht greifen (ReBBZ, Jugendamt), wird aus Sicht der Beteiligten weiterhin dringend Unterstützung benötigt.

Viele der eingewanderten Familien, vor allem die in den Wohnunterkünften wohnen, brauchen dringend Unterstützung bei der Nutzung der Regeleinrichtungen durch ihre Kinder wie Schule und Kita : Z.B. Gespräche führen, Auswahl Schule/Kita, Anmeldung, Formulare, GBS, Essensbestellungen, Konzepte verstehen, Schulordnung, Klassenregeln, Klassenfahrten, Freizeitangebote etc.

Aus Sicht der Projektgruppe wird hier ein Management gebraucht, welches Maßnahmen entwickelt, „über den Tellerrand schaut“ und dafür sorgt, dass vorhandene Ressourcen von Eltern, Kindern und Jugendlichen genutzt werden können. Ein „Willkommensmanagement“.

Die Diskussion zeigte, dass eine übergreifende Strategie zum Umgang mit den zunehmend zuwandernden Familien benötigt wird."

 

Fragen:

Wir fragen die Verwaltung:

 

 

Das Bezirksamt beantwortet die Große Anfrage vom 18.11.2014 wie folgt:

 

  1. Welche Träger oder Einrichtungen können ab 2015 die breiten flexiblen und vom Programm her unspezifischen Hilfen (besonders mit dem Fokus auf Schüler/innen aus Familien mit Migrationsgeschichte) übernehmen und fortführen, die bis Ende 2014 von Integration durch Bildung erbracht worden sind?

 

Antwort:

Die Rahmenvereinbarung zur Bildung regionaler Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe für die Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit besonders herausforderndem Verhalten löst die bisherigen Schulkooperationsprojekte ab. Es konnte mit der konkreten Umsetzung für 1 temporäre Lerngruppe außerhalb von Schule sowie mit 6 integrierten Gruppen gestartet werden. 1 weitere Gruppe befindet sich im Planungsverfahren.

Der Bezirk hat an 7 Standorten Kita-Projekte zur Unterstützung von Kindern und Familien gerade auch im Hinblick auf gelingende Übergänge in Schule eingerichtet.

Alle Projektträger verfügen über Personal, welches dem Migrationshintergrund vieler Eltern Rechnung trägt. Das bisherige Personal des Projektes IdB kann sein Knowhow in den neuen Kita –und Schulprojektes einbringen, da der Träger Sprungbrett e.V. hier maßgebliche Zuschläge nach erfolgten Interessenbekundungsverfahren sowohl als geschäftsführender Träger als auch als Kooperationsträger erhalten hat.

Der Träger HausWarwisch wird seine gewaltpräventiven Gruppenangebote ebenfalls weiter anbieten.

 

Die Projektübersicht im Detail:

Projekt

Träger

Kita Henriette-Herz-Ring (commit)

IB/ HaKiJu

Kita KAP

LEB

Kita Projekt Mendelstraße/ Schulenburgring

HaKiJu, Sprungbrett e.V.

Blaue Welle

DRK

Kita Landgebiet

Haus Warwisch

NEWIS - Kita August-Bebel-Straße

HaKiJu

Kita Friedrich –Frank-Bogen

LEB

Temporäre Lerngruppe/ ReBBZ

Familienhelden/Nordlicht

Integrierte Lerngruppe GS Adolf-Diesterweg

HakiJu

Integrierte Lerngruppe GSB Bergedorf

Alsterdorf-Assistenz-Ost

Integrierte Lerngruppe STS RLW

Sprungbrett e.V. mit HaKiJu

Integrierte Lerngruppe GS Mendelstraße

HaKiJu mit Sprungbrett e.V.

Integrierte Lerngruppe STS Lohbrügge

Familienhelden/Nordlicht

Integrierte Lerngruppe GS Clara-Grunwald

 IB

Integrierte Lerngruppe GS F-F-Bogen

 Noch in Planung

 

 

 

  1. Falls es Träger oder Einrichtungen gibt, die diese zusätzlichen Aufgaben übernehmen können, wie werden sie für diese zusätzlichen Aufgaben finanziell ausgestattet?

 

Antwort:

Für die Projekte (Lerngruppenangebote) nach Rahmenvereinbarung zur Bildung regionaler Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe für die Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit besonders herausforderndem Verhalten hat der Bezirk Bergedorf für 2015 insgesamt 520.000,-€ erhalten.

Für die Kita-Projekte sind für 2015 insgesamt 330.000,-€ vorgesehen.

 

 

  1. Geht die Verwaltung davon aus, dass es keinen Bedarf mehr für die genannten Aufgaben gibt?

 

Antwort:

Die Verwaltung sieht den Bedarf für die genannten Aufgaben. Durch Umsteuerung in die neuen Schulkooperationsprojekte können an insgesamt 7 Schulstandorten Kinder mit besonderen Bedarfen gefördert werden. Ergänzt wird dieses Angebot durch die Kita-Projekte. Somit hat das Angebot eine deutliche Ausweitung erfahren.

 

 

  1. Sieht die Verwaltung zwar den Bedarf, aber kann dem nicht mehr wegen fehlender Ressourcen mit einem Angebot entsprechen?

 

Antwort: S. Frage 2.

 

 

  1. Welche Konsequenzen erwartet die Verwaltung aus dem Wegfall der Angebote?

 

Antwort: s. Frage 3

 

 

  1. Falls es keine Träger oder Einrichtungen gibt, die diese Aufgaben übernehmen können, die Aufgaben jedoch als notwendig und sinnvoll erachtet werden, fragen wir, warum Integration durch Bildung nicht weiter gefördert wird, um seine Arbeit fortsetzen zu können?

 

Antwort:  S. Frage 3

 

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

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Anlage/n:

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Stammbaum:
20-0225   Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014   Dezernat Steuerung und Service   Große Anfrage nach § 24 BezVG
20-0225.1   Auslaufen der Maßnahme Integration durch Bildung (IdB) zum Jahresende 2014   Dezernat Steuerung und Service   Antwort