Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0364.1  

 
 
Betreff: Fischtreppe
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort
Verfasserin:CDU-FraktionAktenzeichen:645.02-02
  Bezüglich:
20-0364
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
26.03.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Kleine Anfrage des BAbg. Wegner, Froh und der CDU-Fraktion

 

Die Einweihung der Fischtreppe im Serrahn ist nun knapp zwei Jahre her und ein vorgestelltes Monitoring hat ergeben, dass die Treppe von den Fischen angenommen wird. Neben diesem vordringlichem Ergebnis gibt es aber noch ein paar offene Fragen, die die Erstellung der Fischtreppe betreffen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

 

Das Bezirksamt beantwortet die Kleine Anfrage vom 17. März 2015 wie folgt:

 

  1. Was wären die möglichen Folgen für den Bezirk gewesen, wenn die Fischtreppe nicht gebaut worden wäre, bzw. welchen Sanktionen durch die EU wären möglich gewesen?

 

Die Herstellung der longitudinalen Durchgängigkeit ist ein wesentliches Kriterium zum Erreichen der Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Daher wurde auch am Serrahnwehr die Durchgängigkeit hergestellt. Die Maßnahme dient der Sicherung der natürlichen, biologischen Vielfalt und unterstützt den Aufbau eines wertvollen und umfassenden Biotopverbundsystems. Das Gewässersystem der Bille mit Serrahn/Schleusengraben, Dove- und Gose-Elbe sowie den damit verbundenen Marschengräben ist von hohem Naturwert und als Nebengewässer der Elbe ein ökologisch bedeutsamer Rückzugsraum für eine Vielzahl aquatischer Organismen. Die ökologische Durchgängigkeit für die aquatische Gewässerfauna - insbesondere auch für Wanderfische - stellt einen wichtigen Schritt für die Zielerreichung der Vorgaben gemäß EG-WRRL dar.

Über mögliche Sanktionen der EU kann nur die BSU Auskunft geben.

 

 

  1. Liegt zwischenzeitlich eine Schlussrechnung vor und auf welche Höhe beläuft sich diese?

 

Die Baukosten für die Herstellung des Fischpasses betragen brutto 1.343.000 €. Hinzu gekommen sind Kosten für den Umbau der Kornwassermühle und die Herstellung eines Treibselfangs (381.000 €) sowie die Kosten für eine im Vorfeld erforderliche Machbarkeitsstudie, für die Planung und für Gutachten (388.000 €).

 

 

  1. Kurz vor der Einweihung der Fischtreppe wurde bekannt, dass diese teilweise ohne Absprache mit dem Denkmalschutzamt gebaut wurde. Sind nachträglich hierdurch Änderungen erforderlich geworden?

 

Das Denkmalschutzamt wurde beteiligt, da der Hafenbereich komplett unter Denkmalschutz steht. Die Umsetzung des Bauvorhabens erfolgte folglich auch in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt und unter Berücksichtigung der dortigen Hinweise.

Allerdings wurde durch das Bezirksamt versäumt, das Denkmalschutzamt rechtzeitig und fortlaufend zu den einzeln Bauphasen detailliert zu beteiligen. Bei dem Bauvorhaben Sanierung der Uferwand wurden diese Versäumnisse nicht wiederholt. Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt wurde seitdem den Anforderungen übereinstimmend angepasst und das Verwaltungshandeln harmonisiert.

 

 

  1. Wenn ja:

1)      Um welche Änderungen handelte es sich genau?

 

Absprachen wurden hinsichtlich des Standortes, der Materialart und der Gestaltung der Umgebung zum Baukörper geführt.

 

2)      Wie hoch waren die Kosten für diese Änderungen?

 

Die Mehrkosten sind nicht konkret beschreibbar, da es keine vergleichenden Wettbewerbsangebote gibt.

 

3)      Wer hat diese zu tragen?

 

Die Mittelbereitstellung erfolgte durch die Fachbehörde BSU. Die Fördermittel (ELER) liegen bei 50% der Baukosten.

 

  1. Wenn nein, wodurch haben sich diese erübrigt?

 

Entfällt.

 

 

  1. Ist zu befürchten, dass an den Schleusen Krapphof und Tatenberg ebenfalls eine Fischtreppe nach der EU Richtlinie erbaut werden muss? Wenn nein, warum nicht und worin liegt der Unterschied zum Schleusengraben/Serrahn?

 

Die Durchgängigkeit zwischen Dove-Elbe und Schleusengraben wurde bereits am Kurfürstendeich hergestellt. An der Krapphofschleuse ist dies folglich nicht mehr erforderlich. Im Bereich der Tatenberger Schleuse ist das Bezirksamt nicht zuständig.

Eine Machbarkeitsstudie wurde vor einiger Zeit durch die BSU beauftragt. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.

 


Petitum/Beschluss: ---

 


Anlage/n: ---    

Stammbaum:
20-0364   Fischtreppe   Dezernat Steuerung und Service   Kleine Anfrage nach § 24 BezVG
20-0364.1   Fischtreppe   Dezernat Steuerung und Service   Antwort