Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0256.3  

 
 
Betreff: Beitrag der Bergedorfer Gymnasien zur schulischen Inklusion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort
Verfasserin:Fraktion GRÜNE BergedorfAktenzeichen:300.00-02
  Bezüglich:
20-0256
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
27.08.2015 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf an Fachausschuss verwiesen   
Fachausschuss für Sport und Bildung
09.11.2015 
Sitzung des Fachausschusses für Sport und Bildung (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Auskunftsersuchen der BAbg. Krönker, Rüssau, Lühr und Fraktion GRÜNE

 

Die Realisierung der Inklusion im Bildungsbereich ist ein schwieriger Prozess, der nur gelin­gen kann, wenn alle Bildungseinrichtungen dies zu ihrem Thema machen. In diesem Zusam­menhang gibt es erste gute Entwicklungen auch an den Gymnasien (vgl. den Bericht des ReBBZ im Kreiselternrat am 06.11.2014). Nicht nur in den Stadtteilschulen ist das Thema In­klusion richtig platziert, es gehört als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe in alle Bildungs­einrichtungen.

 

Ein Beitrag der Gymnasien zur Inklusion ist zum einen bei der Beschulung von Schülerinnen und Schülern (SuS) mit anerkanntem sonderpädagogischen Förderbedarf erforderlich, die in nicht wenigen Fällen auch an dieser Schulfolm stattfinden kann.

 

Zum anderen sind die Gymnasien gefordert, Verantwortung für die Beschulung und Förde­rung aller SuS übernehmen, die von ihnen aufgenommen worden sind. Auch schwächere SuS müssen entsprechend ihren Möglichkeiten gefördert werden, um ihnen eine Perspektive an der Schule zu eröffnen und die folgenschwere Erfahrung eines umfassenden individuellen Versagens zu ersparen.

 

Letzteres ist nicht nur für den einzelnen Schüler von Bedeutung, sondern auch für die Inklu­sion insgesamt, denn jeder Abgang vom Gymnasium erschwert der aufnehmenden Stadtteil­schule eine erfolgreiche inklusive Beschulung ihrer SuS, weil mit jedem Rückläufer erneut Unruhe und ein weiteres aufgrund seiner Frustrationserfahrungen belastetes Kind in die Klasse kommt.

Ziel muss es zum einen sein, die Zahl inklusiv beschulter SuS an den Gymnasien zu erhö­hen, zum anderen, die Förderung aller an den Gymnasien eingeschulten SuS zu verbessern.

 

Ansatzpunkt ist es, die Bedingungen zu erheben, die für eine gelingende Inklusion und eine  adäquate Förderung aller SuS an den Gymnasien erforderlich sind.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir aufbauend auf dem Auskunftsersuchen Drs.Nr. 200256 vom Dezember 2014:

 

(Bezüglich der Fragen 1. bis 3. bitten wir – anders als in der Anlage zur Drs. 20-0256.1 vom Januar 2015 – um Aufschlüsselung nach jeweils nur einem Kriterium in der Annahme, dass es sich dann um Größenordnungen von ≥5 handelt und aussagekräftigere absolute Zahlen genannt werden können.)

 

 

 

Die Behörde für Schule und Berufsbildung beantwortet das Auskunftsersuchen –Drucksache 20-0256.2- wie folgt:

 

1. Wie viele SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf wurden zu Beginn des Schuljahres 2014/15 an Bergedorfs Gymnasien inklusiv beschult?

1.1. Wie viele insgesamt?

1.2. Wie viele an den einzelnen Schulen?

1.3. Wie viele in welchen Bereichen des Förderbedarfs gemäß § 12 Abs. 2 Satz 2 HmbSG.

 

Zu 1.:

 

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Bergedorfs Gymnasien sowie die Verteilung auf die Förderschwerpunkte sind aus den folgenden Tabellen zu entnehmen:

 

Schülerinnen und Schüler an Bergedorfs Gymnasien mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schuljahr 2014/15

 

Schulname

Anzahl Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Gymnasium Allermöhe

<5

Gymnasium Bornbrook

<5

Hansa-Gymnasium

6

Gesamt: 

13

 

Quelle: Schuljahresstatistik 2014; Sonderpädagogische Förderbedarfe: Einträge in den Schul-verwaltungsprogrammen mit Stand 30.01.2015             

<5 = Fallzahlen kleiner fünf werden aus Datenschutzgründen nicht angegeben.

 

 

Schülerinnen und Schüler an Bergedorfs Gymnasien mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schuljahr 2014/15 nach Förderschwerpunkten:

 

sonderpädagogischer Förderschwerpunkt

Anzahl Schülerinnen und Schüler

Sprache

<5

emotionale und soziale Entwicklung

<5

Autismus

<5

Hören (gehörlos/schwerhörig)

5

körperliche und motorische Entwicklung

<5

 

Quelle: Schuljahresstatistik 2014; Sonderpädagogische Förderbedarfe: Einträge in den Schul-verwaltungsprogrammen mit Stand 30.01.2015

 

 

 

2. Welche Maßnahmen haben die einzelnen Gymnasien des Bezirks im vergangenen und im laufenden Schuljahr ergriffen, um SuS, bei denen erkennbar war bzw. ist, dass sie Probleme haben würden, das gymnasiale Bildungsziel, das Abitur nach zwölf Schuljahren, zu erreichen, gezielt zu fördern?

 

Zu 2.:

 

Die Förderangebote an Bergedorfs Gymnasien werden im Folgenden für die einzelnen Schulen erläutert.

 

  • Hansagymnasium:

Schülerinnen und Schüler, die im Zeugnis die Noten 4-, 5 oder 6 in Kernfächern haben, nehmen in den Klassen 6, 7 und 8 verpflichtend an Trainingskursen (Montagnachmittag) teil. In den Klassen 9 und 10 werden sogenannte Crashkurse (jeweils zweite Woche der Herbst- und Märzferien) angeboten. Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 bieten ältere Schülerinnen und Schüler Lerncoaching an. Im Jahrgang 5 findet zudem gezielte Deutschförderung im Unterricht statt. Für ältere Schülerinnen und Schüler, deren Abschluss gefährdet ist, gibt es eine Schullaufbahnberatung.

 

  • Gymnasium Bornbrook

Neben einer additiven Fachförderung während der Unterrichtszeit wird eine zusätzliche Fachförderung in den Ferien angeboten. Daneben gibt es Lesetraining, Sprachförderung, Förderung bei Deutsch als Zweitsprache (DaZ), sonderpädagogische Förderung, Lerntraining, gezielte Förderung in Teilungsstunden sowie Lernberatung.

 

  • Gymnasium Lohbrügge

Vorrangig in Lerngruppen erfolgt eine fachliche Förderung in den Kernfächern Mathematik, Deutsch, Englisch. Darüber hinaus werden Schülerinnen und Schüler bedarfsorientiert in verschiedenen Lernbereichen und überfachlichen Kompetenzen wie Arbeitsorganisation, Sprechtraining, Fremdsprachen, Verhaltenstraining gefördert. Die Förderung erfolgt vorrangig additiv einerseits während der Unterrichtswochen und andererseits während der Schulferien. Die Organisation dieser so genannten Lernferien folgt dem angloamerikanischen Modell. Maßgeblicher Hintergrund ist hierbei, dass die zeitliche Belastung innerhalb der Schulwoche als zu hoch und eine quantitative Ausweitung als kontraproduktiv angesehen wird. Innerhalb der Ferienzeit können sich die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich effizienter um die Schließung bestehender Lücken bemühen.

 

  • Gymnasium Allermöhe

An dieser Schule werden die folgenden Fördermaßnahmen angeboten: Sprachförderung, Hausaufgabenbetreuung, gezielte Nachhilfe, Förderkurse in Deutsch, Mathematik, Englisch, Spanisch und Französisch, Förderung durch Lesepaten.

 

  • Luisengymnasium

Schülerinnen und Schüler, die im Zeugnis die Noten  5 oder 6 in den Kernfächern haben, werden verpflichtend im Rahmen der Lernförderung unterstützt.

 

 

 

3. Wie groß war bzw. ist der Anteil der im Sinne von Frage 2. Geförderten an der Gesamtzahl der SUS?

3.1. Wie groß aufgeschlüsselt nach Jahrgangsstufen?

3.2. Wie groß aufgeschlüsselt nach Schulen?

 

Zu 3.:

 

Anzahl der geförderten Schülerinnen und Schüler an Bergedorfs Gymnasien

 

Schulname

Jg.5

Jg.6

Jg.7

Jg.8

Jg.9

Jg.10

Jg.11

Jg.12

gesamt

Gymnasium Lohbrügge

28%

32%

11%

12%

17%

4%

4%

3%

15%

Luisengymnasium

4%

8%

8%

12%

14%

17%

 

 

8%

Gymnasium Allermöhe

32%

11%

33%

28%

30%

8%

 

 

22%

Gymnasium Bornbrook

41%

59%

19%

30%

16%

29%

4%

22%

29,8%

 

Hansa-Gymnasium Bergedorf

 

12,5%

17,2%

26%

22,2%

25,6%

 

 

20,7%

Bergedorf Gesamt: 

21%

24,5%

17,6%

21,6%

19,8%

20,7%

 

 

 

 

Quelle: Schulabfrage Juli 2015

 

 

 

4. Wie viele SuS sind im Schuljahr 2013/2014 von einem Gymnasium an eine Stadtteilschule gewechselt?

4.1. Wie viele aufgeschlüsselt nach Jahrgangsstufen?

4.2. Wie viele aufgeschlüsselt nach abgebenden Schulen?

4.3. Wie viele aufgeschlüsselt nach aufnehmenden Schulen?

 

 

 

Zu 4.:

 

Anzahl der Schülerinnen und Schüler nach Jahrgangstufen, die im Schuljahr 2013/14 von einem Gymnasium Bergedorfs auf eine Hamburger Stadtteilschule* gewechselt sind

vorherige Jahrgangsstufe

aktuelle Jahrgangsstufe

6

7

8

9

10

11

12

Gesamt

5

11

 

 

 

 

 

 

11

6

 

84

 

 

 

 

 

84

7

 

 

<5

 

 

 

 

≥1

8

 

 

 

11

 

 

 

11

9

 

 

 

 

<5

 

 

≥1

10

 

 

 

 

6

9

<5

≥16

11

 

 

 

 

 

 

7

7

Gesamt

11

84

≥1

11

≥7

9

≥8

136

Quelle: Schuljahresstatistik 2014

* Stadteilschule einschließlich Rudolf-Steiner-Schulen und Doppelqualifizierendem Bildungsgang

<5 = Fallzahlen kleiner fünf werden aus Datenschutzgründen nicht angegeben.

 = Die exakte Summe wird nicht angegeben, da ansonsten Rückschlüsse auf die Fallzahlen kleiner fünf möglich wären.

 

 

Anzahl der Schülerinnen und Schüler nach abgebenden Schulen, die im Schuljahr 2013/14 von einem Gymnasium Bergedorfs auf eine Hamburger Stadtteilschule* gewechselt sind

Schulname

Anzahl

Gymnasium Allermöhe

29

Gymnasium Bornbrook

27

Gymnasium Lohbrügge

38

Hansa-Gymnasium Bergedorf

22

Luisen-Gymnasium Bergedorf

20

Gesamt

136

Quelle: Schuljahresstatistik 2014

* Stadteilschule einschließlich Rudolf-Steiner-Schulen und Doppelqualifizierendem Bildungsgang

>5 = Fallzahlen kleiner fünf werden aus Datenschutzgründen nicht angegeben.

 

Anzahl der Schülerinnen und Schüler nach aufnehmenden Schulen, die im Schuljahr 2013/14 von einem Gymnasium Bergedorfs auf eine Hamburger Stadtteilschule* gewechselt sind

Schulname

Anzahl

Domschule St. Marien (Stadtteilschule)

<5

Gretel-Bergmann-Schule

24

Irena-Sendler-Schule

<5

Katholische Schule St. Paulus

<5

Rudolf-Steiner-Schule Bergedorf

<5

Stadtteilschule Alter Teichweg

<5

Stadtteilschule am See

<5

Stadtteilschule Barmbek

<5

Stadtteilschule Bergedorf

15

Stadtteilschule Horn

<5

Stadtteilschule Kirchwerder

19

Stadtteilschule Lohbrügge

30

Stadtteilschule Mümmelmannsberg

5

Stadtteilschule Öjendorf

<5

Stadtteilschule Richard-Linde-Weg

29

Gesamt

136

Quelle: Schuljahresstatistik 2014

* Stadteilschule einschließlich Rudolf-Steiner-Schulen und Doppelqualifizierendem Bildungsgang

<5 = Fallzahlen kleiner fünf werden aus Datenschutzgründen nicht angegeben.

 

 

 

5. Wie viele SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf wurden zu Beginn des Schuljahres 2014/15 an Bergedorfs Stadtteilschulen inklusiv beschult?

5.1. Wie viele insgesamt?

5.2. Wie viele an den einzelnen Schulen?

5.3. Wie viele in welchen Bereichen des Förderbedarfs gemäß § 12 Abs. 2 Satz 2 HmbSG.

 

Zu 5.:

 

Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Bergedorfs Stadtteilschulen sowie die Verteilung auf die Förderschwerpunkte

Schulname

Anzahl Schülerinnen und Schüler an Bergedorfs Stadtteilschulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schuljahr 2014/15  

Stadtteilschule Bergedorf

104

Gretel-Bergmann-Schule

32

Stadtteilschule Kirchwerder

62

Stadtteilschule Lohbrügge

101

Stadtteilschule Richard-Linde-Weg

62

Rudolf-Steiner-Schule Bergedorf (Schule in privater Trägerschaft)

6

Gesamt: 

367

 

Quelle: Schuljahresstatistik 2014; Sonderpädagogische Förderbedarfe: Einträge in den Schulverwaltungsprogrammen mit Stand 30.01.2015             

 

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Bergedorfs Stadtteilschulen im Schuljahr 2014/15 nach Förderschwerpunkten

 

sonderpädagogischer Förderschwerpunkt

Anzahl Schülerinnen und Schüler

Lernen

187

Sprache

37

Emotionale und soziale Entwicklung

65

Autismus

14

Hören (gehörlos/schwerhörig)

13

Sehen (blind/sehbehindert)

<5

geistige Entwicklung

28

körperliche und motorische Entwicklung

21

 

Quelle: Schuljahresstatistik 2014; Sonderpädagogische Förderbedarfe: Einträge in den Schulverwaltungsprogrammen mit Stand 30.01.2015             

 

 

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

---

 


Anlage/n:

---         

Stammbaum:
20-0256   Inklusion an den Bergedorfer Schulen   Dezernat Steuerung und Service   Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG
20-0256.1   Inklusion an den Bergedorfer Schulen   Dezernat Steuerung und Service   Antwort
20-0256.2   Beitrag der Bergedorfer Gymnasien zur schulischen Inklusion   Dezernat Steuerung und Service   Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG
20-0256.3   Beitrag der Bergedorfer Gymnasien zur schulischen Inklusion   Dezernat Steuerung und Service   Antwort