Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0661.1  

 
 
Betreff: Beantragung einer Einzelzuweisung für den Haushaltsplanentwurf 2017 - 2018 - Geänderte Fassung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
  Bezüglich:
20-0661
Federführend:Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
14.01.2016 
Sitzung des Hauptausschusses (offen)   
Kulturausschuss
01.02.2016 
Sitzung des Kulturausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Entwicklung rund um den Bergedorfer Hafen (Serrahn) hat für den Bezirk sehr hohe Priorität.

 

Der Bergedorfer Hafen ist eine Besonderheit in der Altstadtlage von Bergedorf. Bereits in der Vergangenheit sollte der Charakter des Serrahn mit seinen räumlichen und inhaltlichen Qualitäten gestärkt werden. Meist konnten durch private Mittel in den 90-iger Jahren mit begrenztem Maße aufbauende Ziele verfolgt werden. In den vergangenen Jahren haben sich durch unterschiedliche Maßnahmen rund um den Bergedorfer Bahnhof auch die Bewegungsabläufe für den Bergedorfer Hafen verändert. Genannt seien der Neubau der CCB-Erweiterung mit Öffnung des Einkaufszentrums zum Serrahn, die Unterführung zwischen Kampdeich und Serrahnstraße, die eine zusätzliche Fußwegeverbindung darstellt, und die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit der neu gewonnenen Durchgängigkeit zum Serrahn. Das heutige Erscheinungsbild des Serrahn ist trotz allem in weiten Teilen unattraktiv und leidet an mangelnder Aufenthaltsqualität, eine klare Zielrichtung bzw. ein Gestaltungskonzept ist nicht zu erkennen. Die umfassenden Sanierungsarbeiten und Neubauten des CCB konnten diesen Eindruck grundsätzlich nicht aufheben.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss hat sich mit dem Thema Bergedorfer Hafen intensiv auseinandergesetzt. Eine Befassung fand erstmalig im Mai 2013 (vgl. Drucksache XIX–1253) statt, daraus resultierten mehrere Stadtwerkstätten am 4.12.2013, 15.01 2014, 05.03.2014, 24.04.2014, vgl. Drucksachen XIX–1253, XIX–1817, XIX–1901, XIX–1817, XIX–1979)

 

Zur Umsetzung des Vorhabens hatte der Stadtentwicklungsausschuss ein mehrstufiges Planungs- und Beteiligungsverfahren beschlossen, das von der Firma Urbanista professionell moderiert und inhaltlich von den Fachplanern Kuttner + Kahl begleitet wurde.

 

 

 

Das Engagement der Bergedorferinnen und Bergedorfer innerhalb und außerhalb der Stadtwerkstätten und auch die Bereitschaft, sich in die Stadtwerkstätten einzubringen, waren enorm hoch. Die überwiegende Mehrheit der Anwesenden hat sich für mehr Gastronomie, Wasserzugänge, Hafenatmosphäre und Nutzungen auf dem Wasser ausgesprochen.

 

Alle Dialogbeiträge wurden durch das Büro Urbanista strukturiert und zusammengefasst und in Ziele und Strategien umgesetzt. Die Landschaftsplaner haben mit Hilfe handgezeichneter Visualisierungen die verborgenen Potentiale rund um den Serrahn sichtbar werden lassen. Das Büro Urbanista hat den gesamten Dialogprozess in einem „Zukunftsbild für den Bergedorfer Hafen“ zusammengefasst. Das Zukunftsbild wird in verschiedenen Zeitebenen „Erste Schritte“ und „Neue Lieblingsorte“ dargestellt. Diese wurden in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 02.09.2015 vorgestellt. Insbesondere hat sich der Stadtentwicklungsausschuss mit den „Neuen Lieblingsorten“ für eine mittelfristige Umsetzung auseinandergesetzt. Aufgrund der skizzenhaften Entwürfe wurden Kostenschätzungen in Auftrag gegeben.

 

Eine Prioritätenliste zur Durchführung der „neuen Lieblingsorte“ wurde aufgestellt:

1.              Kupferhof: Stufenanlage mit Ponton am Mühlenwehr und Sitzgelegenheiten direkt am Wasser (Inanspruchnahme von öffentlichem und privatem Grund)

Kosten: 527.000 € Brutto

2.              Serrahnstraße mit Boulevardcharakter, Neugestaltung mit klassischen Elementen sowie neuen Sitzmöglichkeiten (öffentlicher Grund)

Kosten: 473.000 € Brutto

Baukonstruktionen extra (Geländer): 46.500 €

3.              Kampdeich mit linearem Skatepark (öffentlicher Grund)

Kosten: 126.000 € Brutto

4.              Fußgängerzone Alte Holstenstraße (öffentlicher Bereich), mit klassischer Zonierung sowie neuer Möblierung (privater Bereich Kirchenvorplatz, Einbeziehung in die Neugestaltung der Fußgängerzone als einheitlicher Platzbereich).

Kosten öffentlich: 1.188.000 € Brutto

Kosten privat: 322.000 € Brutto

Kosten insgesamt: 1.510.000 € Brutto

5.              Eine Steganlage an den Fischtreppenhäusern macht das Nordufer für Fußgänger zugänglich und lädt mit einer Gastronomie zum Verweilen ein (privater und öffentlicher Grund).

Kosten: 675.000 € Brutto

 

Weiterhin sollen auf den neuesten Stand der Technik die Versorgunganschlüsse für die Schifffahrtslinien am Bergedorfer Hafen (Drucksache 20-0404 Antrag der BezAbg. Gabriel, Kleszcz, Lisa Rabe und SPD-Fraktion) eingerichtet werden. Erste Kostenschätzungen dafür weisen einen Betrag von 50.000 € auf.

 

Das Zentrum der Serrahnstraße und der Blickfang des gesamten Hafenbeckens ist der Kran am Serrahn. Er ist eines der wichtigsten Symbole für Bergedorfs Geschichte als Handelsumschlagplatz mit eigenem Hafen. Die Herrichtung der Serrahnstraße als Boulevard mit Sitzmöglichkeiten, die sich um den Kran herum gruppieren, ist ohne eine Sanierung des Krans nicht denkbar. Die Sanierung des Krans ist daher der Gesamtmaßnahme Serrahn zuzuordnen.

 

Der Kran soll – wie auch in eigenen Untergruppen der Stadtwerkstattsitzungen mitgeplant – verkehrssicher, beleuchtet und wieder betriebstüchtig gemacht werden, um für Vorführungen während Hafenfahrten oder Ewertörns zur Verfügung zu stehen und die Serrahnstraße in ihrer ursprünglich historischen Funktion zugleich zu verankern und aufzuwerten. Die Behebung von Korrosionsschäden in Dach und Gehäuse, den Austausch beschädigter Mechanik sowie die Neuinstallation einer Innen- und Außenbeleuchtung erfordern 128.000 € Brutto.

 

Gesamtkosten rd. 3,1 Mio. Euro.

 

 

Weitere Vorgehensweise

 

Der Stadtentwicklungsausschuss hat einstimmig beschlossen, zunächst die Maßnahmen „Treppe am Kupferhof“ (527.000 €), den Umbau der Serrahnstraße (520.000 €) und die Versorgungsanschlüsse für den Bergedorfer Hafen durchzuführen. Mit drei anliegenden Grundeigentümern des Kupferhofes fanden Gespräche statt, die drei Grundeigentümer würden sich mit knapp 10 % an den Kosten für die Serrahntreppe beteiligen.

 

Hinzu kommt die Kransanierung als integrierter Bestandteil der Gesamtmaßnahme. Somit bleibt ein Finanzierungsrahmen von 1.174.500 €. 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Bergedorf beschließt die Beantragung einer Einzelzuweisung in Höhe von 1.2 Mio. € für die aufgeführten Maßnahmen.

 


Anlage/n:

 

Keine    

Stammbaum:
20-0661   Beantragung einer Einzelzuweisung für den Haushaltsplanentwurf 2017 - 2018   Dezernat Steuerung und Service   Beschlussvorlage
20-0661.1   Beantragung einer Einzelzuweisung für den Haushaltsplanentwurf 2017 - 2018 - Geänderte Fassung   Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   Beschlussvorlage