Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0719  

 
 
Betreff: Rücknahme der finanziellen Kürzungen für die Reinigung der Fleete in Neuallermöhe - ergänzte Fassung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasserin:Fraktion DIE LINKE
Fraktion GRÜNE Bergedorf
Aktenzeichen:645.02-02
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
25.02.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Umweltausschuss
11.05.2016 
Sitzung des Umweltausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

der BAbg. Mirbach, Jobs, Sturmhoebel, Winkler - Fraktion DIE LINKE

Grüne Fraktion

 

Die Fleete in Neuallermöhe befinden sich in einem fast katastrophalen Zustand, der heute kaum noch mit den zulässigen Werten des Hamburgischen Wasserhaushaltsgesetzes vereinbar ist. Das Hamburgische Wassergesetz spricht von einem guten ökologischen Potenzial, wenn bestimmte Bewirtschaftungsziele der Wasserqualität erreicht werden - momentan sieht die Realität deutlich anders aus, d.h. die Fleete sind vermüllt und verschlammt.

 

Aktuell werden fünf Spülungen pro Woche durchgeführt, diese reichen jedoch nicht aus, die Verringerung der Wassertiefe durch Absetzen (vor allem von Schlamm) zu verhindern. Der Angelverein Bergedorf-West/Allermöhe e.V. hat 2015 durch Echolotmessungen eine signifikante Verringerung der ursprünglichen Wassertiefe von 1,5 Meter auf teilweise 0,6 Meter nachgewiesen. Diese fortschreitende Sedimentation bzw. Verschlammung kann, wie der Angelverein richtig fordert, nur durch eine Intensivierung der Spülungen und ein Ausbaggern der Sedimente verhindert werden.

 

Das Ganze führt, wenn nicht umgehend gehandelt wird, zu einer mikrobiellen Bildung von Methan und damit zur Abgabe von klimaschädlichem Gas und durch die Fäulnis bei niedrigen Wasserständen zu einer intensiven Geruchsbildung. Es kommt weiterhin zu einer permanenten Überdüngung, d.h. ein starkes Anwachsen der Blaualgen und zu einem Sauerstoffmangel.  Hier muss auf die Gefahr für das Überleben und den Fortbestand der Fische und weiterer Arten hingewiesen werden, deren Bestand ein guter Indikator für eine gesunde Wasserqualität ist.

 

Die Bergedorfer Wasserwirtschaft lässt an jedem Werktag die automatisch gesteuerten Stauwehre öffnen und damit 40.000 Kubikmeter Wasser durchlaufen. Diese Menge reicht inzwischen längst nicht mehr aus, um das Absetzen von Feinsedimenten zu verhindern. Es zeigt sich, dass das Kürzen der finanziellen Mittel für die Wasserwirtschaft der falsche Weg ist. Es müssen vielmehr alle Fleete ausgebaggert und deren Ufer kontinuierlich gemäht und entkrautet werden.

 

 

 


Petitum/Beschluss:

Vor diesem Hintergrund beschließt die Bezirksversammlung:

 

  1. Der Bezirksamtsleiter wird aufgefordert, sich für die Rücknahme der Kürzungen der finanziellen Mittel für die Reinigung der Fleete bei der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) einzusetzen, damit grundsätzlich für eine angemessene Umsetzung der notwendigen Maßnahmen (Ausbaggern der Fleete sowie Mähen und Entkrautung der Ufer) gesorgt ist und somit eine gute Wasserqualität im Sinne des Hamburgischen Wassergesetzes für die Fleete in Neuallermöhe sichergestellt wird.

 

  1. Es wird eine/n Referent/in der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) in den Umweltausschuss eingeladen, der/die darstellt, unter welchen finanziellen Bedingungen eine gute Wasserqualität der Fleete in Neuallermöhe gewährleistet werden kann.

 

 


Anlage/n:

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Stammbaum:
20-0719   Rücknahme der finanziellen Kürzungen für die Reinigung der Fleete in Neuallermöhe - ergänzte Fassung   Dezernat Steuerung und Service   Antrag
20-0719.1   Rücknahme der finanziellen Kürzungen für die Reinigung der Fleete in Neuallermöhe   Dezernat Steuerung und Service   Mitteilung