Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0865  

 
 
Betreff: Aufklärung über Bergedorfer Seen - geänderte Fassung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Fraktion GRÜNE BergedorfAktenzeichen:358.00-06
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
30.06.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf an Fachausschuss verwiesen   
Fachausschuss für Sport und Bildung
04.07.2016 
Sitzung des Fachausschusses für Sport und Bildung (offen)   
Hauptausschuss
07.07.2016 
Sitzung des Hauptausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

der BAbg. Lühr, Rüssau und Grüne Fraktion Bergedorf

 

Die beste Prävention gegen Gefahren an und im Wasser ist die Aufklärung. An dem Wochenende 4./5.6.2016 sind innerhalb von 24 Stunden zwei jugendliche Flüchtlinge im Allermöher See ertrunken. Trotz der Badeaufsicht des Vereins Sicheres Wasser (SiWa) hat es diese erschütternden Unfälle gegeben. Das kann auch auf mangelnde Informationsmöglichkeiten gerade für nichtdeutschsprachige und/oder ortsunkundige Badegäste zurückzuführen sein.

 

Der ausgewiesene Allermöher Badesee entstand ab 1984 durch die Entnahme von Kies und Klei für das Neubaugebiet Neuallermöhe Ost. Typisch für Baggerseen entstand eine in Ufernähe befindliche starke Abbruchkante, an der das Wasser unvermittelt sehr tief wird. Dieser starke Abbruch stellt eine Gefahr für ungeübte Schwimmer dar auch wenn der Nichtschwimmerbereich durch eine Abgrenzung ausgewiesen ist. Durch Informationsmöglichkeiten über diese für Baggerseen typische Abbruchkante und Verhalten im Wasser allgemein könnten Badeunfälle verhindert werden.

 

Diesen Informationsbedarf haben vor allem BesucherInnen, die nicht ortskundig sind und/oder über wenig Schwimmpraxis verfügen, wie Kinder, Jugendliche und die in Bergedorf lebenden Flüchtlinge. Deshalb haben die Grünen bereits vor Monaten die unzureichende Informationslage insgesamt beklagt und Nachbesserung gefordert. Diese Forderung schlossen auch Warnhinweise für die gesundheitsgefährdende Wasserqualität am Westensee und deutliche Kenntlichmachung der Kategorisierung als nicht-Badesee durch bauliche Maßnahmen mit ein.

 

Die Umsetzung der im Petitum vorgeschlagenen Maßnahmen müssen angesichts der laufenden Badesaison so schnell wie möglich umgesetzt werden.

 

 


Petitum/Beschluss:

Der Bezirksamtsleiter wird aufgefordert

 

  1. mehrsprachiges Informationsmaterial zu den Bergedorfer Seen im Bezug auf Nutzungsmöglichkeiten und mögliche Gefahren zur Verfügung zu stellen. Das Material soll u.a. am jeweiligen See, in Schulen, Kitas, Jugendzentren, Studentenwohnheimen, Flüchtlingsunterkünften (dort insbesondere in arabischer und persischer Sprache) und bei Schwimmkursen zur Verfügung stehen.

 

  1. unverzüglich klar verständliche Piktogramme über Gefahrenstellen im und am Wasser deutlich sichtbar an allen Bergedorfer Badeseen aufzustellen (sofern keine Schilder vorhanden sind). Die Schilder müssen vandalismussicher sein und regelmäßig auf den Zustand kontrolliert und ggf. ersetzt werden.

 

  1. unverzüglich klar verständliche Piktogramme auch an den nicht als Badesee zugelassenen Seen aufzustellen. Die Schilder müssen vandalismussicher sein und regelmäßig auf den Zustand kontrolliert und ggf. ersetzt werden. Um deutlich auf die fehlende Freigabe als Badesee hinzuweisen muss der Badesteg am Westensee unverzüglich abgebaut werden und ggf. weitere bauliche Maßnahmen wie eine aktive Renaturierung ergriffen werden.

 

  1. die Ausweisung des Nichtschwimmerbereichs in Bergedorfer Badeseen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Wachdiensten, z.B SiWa am Allermöher See zu überprüfen und ggf. zu optimieren.

 

  1. den Verein Sicheres Wasser e.V. am Allermöher See bei der Anschaffung eines Rettungsbootes mit bezirklichen Mitteln zu unterstützen.

 

 


Anlage/n:

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