Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0893.1  

 
 
Betreff: Badeunfälle an den Bergedorfer Badeseen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Bericht
  Bezüglich:
20-0893
Federführend:Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
21.07.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Berichterstatter Herr Omniczynski

 

Der Hauptausschuss hat sich in seiner Sitzung am 07.07.2016 mit den Drucksachen 20-0893, 20-0865 und 20-0866 befasst und einvernehmlich beschlossen, die Anträge der Fraktion Die Grünen, der Fraktion Die Linke und der Fraktion SPD zu einem interfraktionellen Antrag zusammenzufassen. Der redaktionell überarbeitete Antrag lautet wie folgt:

 

Anfang Juni kam es in Neuallermöhe erneut zu tragischen Badeunfällen am Allermöher See, bei denen zwei Todesfälle zu beklagen sind. Es zeigt sich, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht, damit nicht weitere Menschen ihr Leben am See in Gefahr bringen oder gar verlieren.

 

Die beste Prävention gegen Gefahren an und im Wasser ist die Aufklärung. An dem Wochenende 4./5.6.2016 sind innerhalb von 24 Stunden zwei jugendliche Flüchtlinge im Allermöher See ertrunken. Trotz der Badeaufsicht des Vereins Sicheres Wasser (SiWa) hat es diese erschütternden Unfälle gegeben. Das kann auch auf mangelnde Informationsmöglichkeiten gerade für nichtdeutschsprachige und/oder ortsunkundige Badegäste zurückzuführen sein. Der ausgewiesene Allermöher Badesee entstand ab 1984 durch die Entnahme von Kies und Klei für das Neubaugebiet Neuallermöhe Ost. Typisch für Baggerseen entstand eine in Ufernähe befindliche starke Abbruchkante, an der das Wasser unvermittelt sehr tief wird. Dieser starke Abbruch stellt eine Gefahr für ungeübte Schwimmer dar auch wenn der Nichtschwimmerbereich durch eine Abgrenzung ausgewiesen ist. Durch Informationsmöglichkeiten über diese für Baggerseen typische Abbruchkante und Verhalten im Wasser allgemein könnten Badeunfälle verhindert werden. Diesen Informationsbedarf haben vor allem BesucherInnen, die nicht ortskundig sind und/oder über wenig Schwimmpraxis verfügen, wie Kinder, Jugendliche und die in Bergedorf lebenden Flüchtlinge. Deshalb haben die Grünen bereits vor Monaten die unzureichende Informationslage insgesamt beklagt und Nachbesserung gefordert. Dies Forderungen schlossen auch Warnhinweise für die gesundheitsgefährdende Wasserqualität am Westensee und deutliche Kenntlichmachung der Kategorisierung als nicht-Badesee durch bauliche Maßnahmen mit ein. Die im Petitum vorgeschlagenen Maßnahmen müssen angesichts der laufenden Badesaison so schnell wie möglich umgesetzt werden.

 

 

Petitum:

Das Bezirksamt wird aufgefordert

 

  1. unter anderem mit der Unterstützung durch f&w bzw. den LEB, mehrsprachiges Informationsmaterial zu den Bergedorfer Seen in Bezug auf Nutzungsmöglichkeiten und mögliche Gefahren zur Verfügung zu stellen. Das Material soll u.a. am jeweiligen See, in Schulen, Kitas, Jugendzentren, Studentenwohnheimen, Flüchtlingsunterkünften (dort in den Hauptsprachen der BewohnerInnen) und bei Schwimmkursen zur Verfügung stehen.
  2. unverzüglich klar verständliche Piktogramme und/oder eindeutige und allgemeinverständliche Warnschilder über Gefahrenstellen im und am Wasser deutlich sichtbar an allen Bergedorfer Badeseen aufzustellen (sofern keine Schilder vorhanden sind). Die Schilder müssen vandalismussicher sein und regelmäßig auf den Zustand kontrolliert und ggf. ersetzt werden.
  3. die Ausweisung und Abgrenzung des Nichtschwimmerbereichs in Bergedorfer Badeseen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Wachdiensten, z.B. SiWa am Allermöher See zu überprüfen und ggf. zu optimieren.
  4. unverzüglich klar verständliche Piktogramme auch an den nicht als Badesee zugelassenen Seen aufzustellen. Die Schilder müssen vandalismussicher sein und regelmäßig auf den Zustand kontrolliert und ggf. ersetzt werden. Um deutlich auf die fehlende Freigabe als Badesee hinzuweisen muss der Badesteg am Westensee unverzüglich abgebaut werden und ggf. weitere bauliche Maßnahmen wie eine aktive Renaturierung ergriffen werden.
  5. den Verein Sicheres Wasser e.V. am Allermöher See bei der Anschaffung eines Rettungsbootes mit bezirklichen Mitteln zu unterstützen.
  6. alle betreffenden Akteure (z.B. Verein SiWa, Feuerwehr, Polizei) kurzfristig zu einer Runde einzuladen, um einen Sicherheits- und Rettungsplan zu erstellen.
  7. sich gegenüber den zuständigen Behörden dafür einzusetzen, das Angebot an Schwimmunterricht für alle Geflüchteten auszuweiten und ihnen proaktiv anzubieten.
  8. die zuständigen Behörden noch einmal eindringlich auf den Beschluss der Bezirksversammlung zum Antrag 20-0218 "Schwimmhallensituation in Bergedorf" hinzuweisen, der die Notwendigkeit einer weiteren Schwimmmöglichkeit (neben dem Bille-Bad) zum frühzeitigen Erlernen des Schwimmens aufzeigt.
  9. dem Hauptausschuss möglichst schon zur Augustsitzung über den Fortschritt und die Ergebnisse in dieser Angelegenheit zu berichten.“

 

 

Diesem Antrag hat der Hauptausschuss einstimmig zugestimmt.

 

 


Petitum/Beschluss:

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

 


Anlage/n:

Keine

 

Stammbaum:
20-0893   Badeunfälle an den Bergedorfer Badeseen   Dezernat Steuerung und Service   Bericht
20-0893.1   Badeunfälle an den Bergedorfer Badeseen   Interner Service, Gremienbetreuung und Wahlen   Bericht