Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-0716.3  

 
 
Betreff: Umbau / Markierung BAB-Anschlussstelle Allermöhe
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Bezüglich:
20-0716
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
11.08.2016 
Sitzung des Hauptausschusses (offen)   
Regionalausschuss
20.09.2016 
Sitzung des Regionalausschusses zurückgestellt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Der Regionalausschuss hat sich in seiner Sitzung am 21.06.2016 mit der Stellungnahme

Drucksache 20-0716.1 befasst.

Die Mitglieder des Regionalausschusses kritisieren, dass es bislang keine Antworten zu einigen

seitens des Ausschusses aufgeworfenen Fragestellungen gibt.

Die Polizei, PK 43, betont, dass der Unfallschwerpunkt auf der Westseite der Hans-Duncker-

Straße entschärft werden muss. Das könne durch die Reduzierung auf einen Fahrstreifen geschehen.

 

Die Bezirksversammlung hat in ihrer Sitzung am 30.06.2016 beschlossen, sich bis zur abschließenden und vollständigen Klärung der in der Drucksache 20-0716.1 genannten Fragestellungen gegen die jetzt vorgestellte Planung auszusprechen.

 

Das Bezirksamt Bergedorf nimmt zur Drucksache  20-0716.1 wie folgt Stellung:

 

In der Stellungnahme der BV vom 21.06.16 (Drs-Nr. 20-0716.1) wird bemängelt, dass in der Vorstellung der Planung nicht der ursprüngliche Prüfantrag aus dem Jahr 2012 sowie die Mitteilung der Verwaltung vom 09.01.2014 einbezogen wurden. Deshalb wird seitens der Verwaltung vor Beantwortung der Fragen aus der Drucksache nochmals ein chronologischer Überblick der bisherigen Planungsaktivitäten und Abstimmungen gegeben:

 

  1. Der Antrag des Regionalausschusses Drs. Nr. XIX/0493 vom 07.02.12 geht bei MR zur Bearbeitung ein. Da die Flächen an den Zuständigkeitsbereich der Bundesautobahn grenzen, werden die Zuständigkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten mit der BWVI und dem LSBG geklärt.
  2. Es wird von MR eine Vorplanung erstellt, die entsprechend dem o.g. Antrag mit neuen Markierungen die Fahrstreifen / Fahrbeziehungen so verändert, dass nur eine Einspurigkeit je Richtung hergestellt werden kann, wie an den Anschlussstellen AS – Nettelnburg und AS – Bergedorf.
  3. Am 24.06.2014 wird diese Planung dem PK 43 vorgestellt und diskutiert. Das PK lehnt die Planung in der vorliegenden Form als nicht zielführend ab mit folgender Begründung: Nach einem schweren Verkehrsunfall mit Todesfolge im Juli 2011 an der Hans-Duncker-Straße / AS-Allermöhe-Süd kamen aus der Ortspolitik Vorschläge zur Umgestaltung der Fahrbahnbreiten im gesamten Brückenbereich. Diese Pläne sahen die Reduzierung der jeweiligen 2 Richtungsfahrstreifen durch Beschleunigungsstreifen und entsprechenden Sperrmarkierungen vor (analog AS-Bergedorf bzw. Nettelnburg). Ziel der Maßnahme sollte eine positive Beeinflussung der gefahrenen Geschwindigkeiten und eine Verbesserung der Übersichtlichkeit bei Abbiegevorgängen sein. Bei der Prüfung dieser Pläne stellte das PK 43 fest, dass hier die Belange des Radverkehrs keine Berücksichtigung fanden. Für die Hans-Duncker-Straße ist mit Anordnung vom 06.07.2009 die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben. Unter Beteiligung des Bezirksamtes Bergedorf wurden im Sommer 2014 durch das PK 43 Möglichkeiten zur Reduzierung der Fahrbahnbreiten durch die Einplanung von Radfahrstreifen aufgezeigt. Ziel der Überplanung muss neben der Straßenquerschnittreduzierung zur Beeinflussung der Geschwindigkeit auch eine baulich optimierte Abbiegesituation an der Unfallhäufungsstelle Hans-Duncker-Straße / AS-Allermöhe-Nord sein.“

 

  1. Das Bezirksamt hat darauf Anfang 2015 mit einem beauftragten Ingenieurbüro eine Planung erarbeitet, die den Vorgaben des PK gerecht wird.

 

  1. Am 16.04.15 wurde eine erste Verschickung dieser Planung durchgeführt, die Fraktionen der Bezirksversammlung Bergedorf sind im Verteiler berücksichtigt worden.

 

  1. Aufgrund der in der Stellungnahme vorgebrachten Einwände wird ein weiteres Abstimmungsgespräch mit dem PK 43 und der Abteilung Straßenunterhaltung (MR4) durchgeführt.

Das Ergebnis stellt sich folgendermaßen dar:

Aufgrund des schlechten Zustands der Fahrbahn der Hans-Duncker-Straße in den Bereichen vor und hinter der Autobahnbrücke, ist von Seiten B/MR 4 eine Sanierung der Deckschicht geplant. Da sich der betroffene Bereich mit dem Plangebiet überschneidet, soll die Deckschichtsanierung mit in die Planung „Hans-Duncker-Straße“ aufgenommen werden. Eine Teilsanierung der Fahrbahn wäre aufgrund des Fahrbahnzustandes ohnehin notwendig gewesen.

Der in der 1. Verschickung vorgestellten Planung im Bereich des Knotenpunktes AS Allermöhe Nord konnte von Seiten des PKs nicht zugestimmt werden. Der vorhandene Unfallschwerpunkt konnte mit der vorgelegten Planung nicht ausreichend entschärft werden. Zudem soll das Plangebiet bis Höhe Wilhelm-Iwan-Ring erweitert werden, um die Radverkehrsführung sicher und sinnvoll umsetzen zu können. Insbesondere muss hier die bestehende Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht berücksichtigt werden. Es wurde festgelegt, die Radfahrstreifen beidseitig, analog zur Planung auf der Autobahnbrücke, bis zum Beginn/Ende der 2-Streifigkeit der Hans-Duncker-Straße in Richtung Norden zu verlängern. Somit entfällt auch hier jeweils der 2. Fahrstreifen. Der rechtsabbiegende Verkehr von der Hans-Duncker-Straße zur Autobahn erfolgt von einem Geradeaus- und Rechtsabbiegefahrstreifen aus. Der Radfahrstreifen wird geradlinig über den Knotenpunkt geführt und die Haltlinie für die Fahrzeuge von der Autobahn in Richtung Gewerbegebiet wird soweit wie möglich vorgezogen.

 

  1. Nach entsprechender Überarbeitung der Planung wurde im Juni 2015 die Schlussverschickung auf den Weg gebracht.

 

  1. Die Antwort des PK 43 zur Ablehnung der Einfädelung, wie von der Politik gefordert, wurde dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses am 25.06.2016 per mail  zur Kenntnis gebracht.

 

  1. Im August 2015 wurde die Haushaltsunterlage Bau fertiggestellt.

 

  1. Im November 2015 meldet der LSBG einen erhöhten Sanierungsbedarf bei den BAB-Rampen Allermöhe an. In einem Gespräch zwischen LSBG, BWVI und KOST wird festgelegt, das die Arbeiten nicht mehr in 2016, sondern um Kosten zu sparen gemeinsam (evtl. mittels einer Ausschreibung mit 2 Losen) in 2017 durchgeführt werden sollen.

 

 

 Beantwortung der Fragen aus der Drucksache 20-0716.1:

 

 Es konnten keine verlässlichen Zahlen der tatsächlichen Fahrradfahrer mit den entsprechenden

Fahrtrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Zahlen zum Radverkehr liegen nicht vor. Es wurde keine gesonderte Erhebung durchgeführt, da Radfahrer und Fußnger nicht zum Standardzählprogramm der BWVI gehören

 

Genaue tatsächliche Verkehrsstärken, unterschieden nach Krad, Pkw und Lkw, konnten

zu den Verkehrsspitzen nicht genannt werden.

r beide Knotenpunkte liegen Verkehrszahlen vom 06.11.2014, erhoben von der BWVI, Amt für Verkehr vor. Die Auswertung vom Amt V für die Spitzenstunden finden sich in der Anlage. Die max. Spitze wird bei beiden Knoten von 16.30 bis 17.30 Uhr erreicht.

 

Durch Anordnung von STOP (VZ 206 StVO) und Haltelinien ist ein fließender Ablauf von

den Anschlussstellen, wie in Nettelnburg und Bergedorf, nicht mehr gegeben.

Das PK43 weist in seiner Stellungnahme zur Verschickung, die in Abstimmung mit der VD 511  erstellt wurde, auf den unter Punkt 3 genannten Sachverhalt hin (s.o.)

Die Anordnung des VZ 206 sowie die gemeinsame Führung des geradeaus fahrenden Verkehrs und des linksabbiegenden Verkehrs führt dazu, dass keine Fahrzeuge verdeckt werden und die Fahrzeugführer durch den Halt gezwungen sind den vorfahrtberechtigten Verkehr wahrzunehmen. Eine Entschärfung der Unfallsituation tritt ein.

 

Es ist mit erhöhtem Lärm von anfahrenden LKW zu rechnen.

Die Hans-Duncker-Straße ist heute und in der Planung als Vorfahrtsstraße mit dem VZ 306 ausgeschildert. Die Zufahrten an den Knotenpunkten sind mit dem VZ 205  - Vorfahrt gewähren beschildert. Am Knotenpunkt südlich der Autobahn soll keine Änderung vorgenommen werden. Nur am nördlichen Knotenpunkt soll die Abfahrt von der BAB mit einem VZ 206 Halt. Vorfahrt gewähren geregelt werden. Das VZ 206 führt dazu das alle KFZ halten müssen. Der Wirkung aus lärmtechnischer Sicht kann mit einer Lichtsignalanlage verglichen werden. In der Verkehrsrmschutzverordnung - 16. BImSchV sowie in den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen, RLS-90 wird die erhöhte Störwirkung von lichtsignalgeregelten Kreuzungen und Einmündungen mit einem Zuschlag belegt. Der Zuschlag ist entfernungsabhängig gestaffelt. Bis zu einer Entfernung von 100 m erfolgt ein Zuschlag von 1 dB(A). Bei einer Entfernung über 100 m entfällt der Zuschlag. Daraus kann geschlossen werden, dass bei einer Entfernung über 100 m kein störender Einfluss der Lichtsignalanlage wahrgenommen wird. Die Nachbarbebauung am Knoten nördlich der BAB ist über 100 m entfernt, sodass hier keine höhere Belastung auftreten wird.

Da der jeweils äere Fahrstreifen aufgegeben wird und sich der Verkehr auf den inneren Fahrstreifen konzentriert, vergrößert sich der Abstand zwischen der Lärmquelle (Emissionsort) und der angrenzenden Bebauung (Immissionsort). Durch die Vergrößerung des Abstandes wird es leiser an der Bebauung.

 

Gefahrensituationen durch von der BAB kommende Fahrzeuge werden provoziert.

Das PK43 weist in seiner Stellungnahme vom 28.04.2015 darauf hin, dass eine seit 10 Jahren bestehende Unfallhäufung am Knoten nördlich der BAB besteht. (siehe oben)

 

Der Umleitungsverkehr U 65 und U 66 wurde nicht berücksichtigt.

Die Umleitungsstrecken sind ohne Einschränkung zu befahren, es wurden keine Fahrbeziehungen eingeschränkt / gesperrt.

 

 

 

 

 

Bei Großveranstaltungen zur Verfügung stehender Parkraum für Pkw und Busse würden

durch den neuen Fahrradstreifen verloren gehen.

Wie die Vorgehensweise zur Freigabe des Fahrstreifens zum Parken für Busse, bei Großveranstaltungen, durch das PK ist, dazu hat B/MR derzeit keine Kenntnis. Dieses Einzelthema war bisher nie ein Thema bei der Abstimmung von Planungen.

 

 


Petitum/Beschluss:

Der Hauptausschuss nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.

 


Anlage/n:

Keine