Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-1025.1  

 
 
Betreff: Ist das der richtige Standort für den Informationsstein am Eingang zum Ehrenfriedhof der Sowjetischen Kriegsgefangenen?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort
Verfasser:Fraktion DIE LINKEBezüglich:
20-1025
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
23.02.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf an Fachausschuss verwiesen   
Kulturausschuss
03.04.2017 
Sitzung des Kulturausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Große Anfrage der BAbg.  Mirbach, Jobs, Sturmhoebel, Winkler - Fraktion DIE LINKE

 

Auf einer Steintafel, die neben dem Gedenkstein der Bezirksversammlung am Eingang zum Ehrenfriedhof steht, ist folgende Inschrift zu lesen:

„Der benachbarte Gedenkstein erinnert an die Kriegsgefangenen aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion.

Die Inschrift lautet:

„Hier ruhen 651 russische Kriegsgefangene als Opfer des Nationalsozialismus.“
Die Inschrift ist Zeugnis der Erinnerungskultur der Nachkriegszeit. Sie spiegelt den damaligen Sprachgebrauch, in welchen Russland und die Sowjetunion oft gleich gesetzt wurden. Die Anzahl der hier beerdigten Opfer ist nach heutigem Forschungsstand höher als angeben.“

Der Gedenkstein der Bezirksversammlung beginnt aber mit dem Satz:

„Hier liegen 652 Sowjetische Kriegsgefangene begraben.“

 

Das Bezirksamt beantwortet die Große Anfrage vom 14. November 2016 wie folgt:

 

Wir fragen das Bezirksamt:

 

  1. Wer hat die Ausstellung dieses Informationssteins veranlasst?

 

Das Bezirksamt hat diesen Stein aufstellen lassen. Ursache war ein Schreiben des Generalkonsulats der Ukraine, in dem darauf hingewiesen wird, dass es sich um sowjetische und nicht nur russische Kriegsgefangene handelt.

 

  1. Wann wurde der Stein aufgestellt?

 

Der Stein wurde am 25.08.2016 aufgestellt.

 

  1. Wer hat den Text verfasst?

 

Das Bezirksamt Bergedorf in Abstimmung mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

 

 

  1. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „damaliger Sprachgebrauch“? Auf welche Zeit wird verwiesen?

 

Es wird auf die Zeit der Aufstellung  des Gedenksteins und damit auf eine Zeit verwiesen, in welcher die Sowjetunion noch existierte.

 

 

  1. Wer hat den Standort ausgewählt?

 

Der Standort wurde vom Bezirksamt ausgewählt.

 

 

  1. Ist das wirklich der richtige Standort (Eingang zum Ehrenfriedhof) – neben dem Gedenkstein der Bezirksversammlung - für den Stein mit diesem Text? Oder ist die Inschrift auf einem halb zugewachsenen Gedenkstein zirka 50 Meter weiter beim Holzkreuz gemeint?

 

Der Stein wurde mittlerweile abgeräumt.

 

Der Gedenkstein am Hochkreuz erinnert an die Kriegsgefangenen aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion.

Die Inschrift lautet dort:

„Hier ruhen […] russische Kriegsgefangene als Opfer des Nationalsozialismus.“

Die Inschrift ist Zeugnis der Erinnerungskultur der Nachkriegszeit. Sie spiegelt den damaligen Sprachgebrauch, in welchem Russland und die Sowjetunion oft gleich gesetzt wurden. Die Anzahl der hier beerdigten Opfer ist nach heutigem Forschungsstand höher als am Hochkreuz angegeben.“

 

 


Petitum/Beschluss:

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Anlage/n:

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