Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-1129.01  

 
 
Betreff: Sind Windenergieanlagen die Todesursache der Störchin "Maria"?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort
Verfasser:CDU-FraktionAktenzeichen:590.02-02
  Bezüglich:
20-1129
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
30.03.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Kleine Anfrage der BAbg. Garbers, Froh und der CDU-Fraktion

 

Ein großer Teil der Bevölkerung Bergedorfs hat den plötzlichen Tod der Störchin „Maria“ in den Vier- und Marschlande bestürzt zur Kenntnis genommen. Natürlich gab es auch umgehend Spekulationen, die als Ursache die Vogelgrippe oder den Zusammenstoß mit einem festen Gegenstand, wie z.B. einem Strommast oder einem Windrad, vermuteten. Für Letzteres sprach, dass dem Vogel sowohl Flügel wie Füße gebrochen gewesen sein sollen. Wie jetzt zumindest der Presseberichterstattung zu entnehmen war, scheint als Todesursache die Vogelgrippe ausgeschlossen zu sein.

 

Das Bezirksamt beantwortet die Kleine Anfrage vom 6. März 2017 unter Mitwirkung des Instituts für Hygiene und Umwelt wie folgt:

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

 

  1. Wo ist die Störchin genau gefunden worden? (Bitte nicht nur den Straßennamen benennen, sondern genauen Fundort bzw. Belegenheit)

 

Der Fundort ist der Anlage zur Drucksache zu entnehmen. Er befindet sich, unmittelbar unter der Hochspannungsleitung, die parallel zum Achterschlag verläuft.

Die Hochspannungsfreileitung kann weitgehend zweifelfrei als Unfallursache benannt werden.

 

 

  1. Ist es richtig, dass die Störchin gebrochene Flügel und Füße hatte? (Verletzungen bitte genau benennen)

 

Ja, dies wurde in einem vorläufigen, vom Institut für Hygiene und Umwelt übermittelten Bericht weitgehend bestätigt:

Der untersuchte Storch zeigte eine offene Fraktur beider Laufbeine (Tarsometatarsus). Beide Flügel weisen offene Splitterfraktur auf Höhe der Unterarmknochen (Radius und Ulna) auf, wobei es bei dem linken Flügel zu einer traumatischen Amputation distal der Fraktur gekommen ist.

 

 

  1. In welchem Umkreis des Fundorts befinden sich Strommasten?

 

Ein Strommast ist etwa 50 m entfernt.

 

 

  1. In welchem Umkreis des Fundorts befinden sich Windenergieanlagen?

 

Die dem Fundort am nächsten liegende Windenergieanlage ist etwa 800 m entfernt.

 

 

  1. Sind in den letzten sechs Monaten bauliche Anlagen, wie z.B. Strommasten oder Windenergieanlagen, im Umkreis von 800 m vom Fundort neu errichtet worden?

 

Im genannten Umkreis sind keine entsprechenden Neueinrichtungen vorhanden.

 

 

  1. Gibt es bereits ein offizielles Untersuchungsergebnis des zuständigen Instituts zur Todesursache?

a)      Wenn ja, bitte die Todesursache benennen und den Untersuchungsbericht dieser Antwort beifügen.

b)      Wenn nein, wann ist mit einem offiziellen Untersuchungsergebnis- und bericht zu rechnen?

 

Die Folgeuntersuchungen sind noch nicht abgeschlossen und dauern bis zur KW 11 an. Nach Abschluss der Untersuchungen wird zeithan ein schriftlicher Untersuchungsbefund erstellt.

 

 

  1. Ist es auszuschließen, dass die Störchin mit einem Windrad kollidiert ist?

 

Art und Ausmaß der Verletzungen waren erheblich, ein unmittelbar eingetretener Tod des Tieres ist daher sehr wahrscheinlich. Die Verletzungen lassen sich durch eine Kollision mit Stromleitungen erklären. Daher ist unter Berücksichtigung des Fundortes eine tödliche Kollision mit der Stromleitung plausibel.

 

 


Petitum/Beschluss:

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Anlage/n:

Lage des Fundorts