Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 20-1870  

 
 
Betreff: Verbesserung der Schulwegsicherheit - Förderung der eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Fraktion GRÜNE Bergedorf
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
20.12.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Fachausschuss für Verkehr und Inneres
14.01.2019 
Sitzung des Fachausschusses für Verkehr und Inneres (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Antrag des BAbg. Fleige und Fraktion GRÜNE Bergedorf

 

Den Schulweg selbständig zu bewältigen, macht Kinder und Jugendliche unabhängiger, selbständiger und verantwortungsvoller und dient ihrer Gesundheit. Nebenbei senkt es das Kfz-Aufkommen, setzt für die Eltern Kapazitäten frei, und ist ein Schlüssel zu einem höheren Fuß- und Radverkehrsanteil in Hamburg. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Wege sicher und attraktiv sind, so dass Kinder und Jugendliche ihre Strecken gerne zu Fuß oder auf dem Fahrrad zurücklegen und Eltern keine Sicherheitsbedenken haben. Der Bezirk kann viel dafür tun, um die Bedingungen in diesem Bereich zu verbessern, zum Beispiel die Aufpflasterung von einmünden­den Straßen entlang eines Schulwegs, so dass nicht die Kinder eine Straße überqueren, sondern die Autofahrer_innen bewusst den Schulweg kreuzen, die Einrichtung von Tempo 30 Zonen im Umfeld von Schulen, die Verbreiterung von Fuß- und ggf. Radwegen und die Anpassung von Ampelschaltungen auf stark frequentierten Schulwegen sowie die Einrichtung von Fahrradstraßen.

 

Ein geeigneter Ansatz ist die Erstellung von Schulwegplänen. Auf Basis des Erfahrungswissens der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern über ihre eigenen Wege und des Experenwissens der Polizei können die aktuell genutzten Schulwege sowie die dort vorhandenen Gefahrenpunkte und Engpässe identifiziert werden. Auf dieser Grundlage können bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation entwickelt sowie Vorschläge für Alternativrouten ausgearbeitet werden. Schließlich können die Pläne den Schülerinnen und Schüler und den Eltern als Empfehlungen mit auf den Weg gegeben werden. Erstrebenswert wäre, dass sie auch im Rahmen des Unterrichts und der Verkehrserziehung aufgegriffen und den Betroffenen nahegebracht würden.

 

Anhaltspunkte für die Erstellung von Schulwegplänen bieten das Projekt Radschulwegplan des Landes Baden-Württemberg, der Leitfaden "Schulwegpläne leichtgemacht" der Bundesanstalt für Straßenwesen, die Erkenntnisse des Referats Verkehrserziehung in der Schulbehörde und des Hamburger ADFC zu diese Thema sowie die Erfahrungen, die das Bezirksamt Eimsbüttel gegenwärtig bei der Erstellung von Schulwegplänen sammelt.

 

 

 


Petitum/Beschluss:

Wir beantragen, die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten zu veranlassen,

  1. dass ein externes Büro beauftragt wird, exemplarisch mit drei Schulen im Bezirk Bergedorf (Rad-) Schulwegpläne zu entwickeln.

Bei der Auswahl der Schulen sollen die bezirklichen Vertretungen der Schüler_innen, der Schulen und der Eltern beteiligt werden.

Die Vorgehensweise soll sich am Leitfaden "Schulwegpläne leichtgemacht" der Bundesanstalt für Straßenwesen orientieren.

Es  soll geprüft werden, inwieweit das in Baden-Württemberg verwendete WebGIS-Tool zur digitalen Dateneingabe durch alle Beteiligten oder etwas Vergleichbares eingesetzt werden kann und in welchen Formen der Plan zur Verfügung gestellt werden kann (Papierkarte/pdf, digitale Karte, interaktive Karte).

 

  1. dass das externe Büro Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an identifizierten Ge­fahrenpunkten und Engstellen entwickelt.

Der Verkehrsausschuss möge über diese Maßnahmen informiert werden.

 

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten darauf hinzuwirken,

  1. dass die Schulbehörde die Beschäftigung mit dem eigenen Schulweg und dem (Rad-) Schulwegplan der Schule in den Bildungsplan aufnimmt (insbesondere für die Klassenstufe 5).

 

  1. dass die Innenbehörde praktische Verkehrserziehung durch Polizeibeamte nicht nur in den Grundschulen, sondern auch in den 5. Klassen der weiterführenden Schulen durchführen lässt.

 

 

 


Anlage/n:

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