Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - 21-0111  

 
 
Betreff: Rückführung des Meridiankreises und Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit an der Sternwarte Bergedorf - beschossene Fassung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Fraktion GRÜNE Bergedorf
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
26.09.2019 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Antrag der BAbg. Conrad, Krönker und GRÜNE Fraktion Bergedorf

 

In der Sitzung vom 25.10.2018 hat die Bezirksversammlung Bergedorf einstimmig beschlossen, den Ansatz einer gemeinsamen Bewerbung der Sternwarten in La Plata und Bergedorf um die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes, in Kooperation mit der argentinischen Regierung, ernsthaft und nachdrücklich weiterzuverfolgen.

 

Im Zuge der Vorbereitungen für die Bewerbung der Sternwarte Bergedorf um die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt (Tentativliste) stellt die Rückführung des Meridiankreises einen ersten wichtigen Schritt dar.

 

Der Meridiankreis ist ein Messinstrument zur Lokalisierung von Sternen. Der Meridiankreis aus der Bergedorfer Sternwarte wurde 1909 erbaut und wurde in den 1960er Jahren verwendet, um den Himmel der Nordhalbkugel zu vermessen, ab 1967 wurde er in Perth zur Vermessung der Südhalbkugel und für weitere astrometrische Untersuchungen eingesetzt. Glücklicherweise ist der Meridiankreis erhalten geblieben und befindet sich seit Anfang der 1990er Jahre in München im Deutschen Museum.

 

Das historische Meridiankreisgebäude in Bergedorf wurde bereits umfassend saniert und kann durch den geplanten Einbau des Messinstruments wieder in den Originalzustand versetzt werden – eine wichtige Voraussetzung für die UNESCO-Bewerbung.

 

Hierfür wird die Finanzierung des Rücktransports des Meridiankreises unter den konservatorisch notwendigen Bedingungen (Kunstspedition) benötigt.

 

Der zweite Schritt für die UNESCO-Bewerbung ist die Ausweitung und Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit wird die Öffentlichkeitsarbeit neben dem Besucherzentrum im Wesentlichen von engagierten Mitarbeiter_innen des Universitätsinstituts und den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Fördervereins geleistet. Das Institut und der Förderverein sind allerdings an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt und es wird immer schwieriger, das Veranstaltungsprogramm auf Honorarbasis oder ehrenamtlicher Tätigkeit aufrechtzuerhalten. Regelmäßige Führungen, Vorträge und Beobachtungsabende bilden zusammen mit dem Café, der Astronomie-Werkstatt und der Montessorischule das Angebot für Besucher. Trotz geringer Bewerbung ist der Andrang bei den monatlichen Führungen groß und schnell bei mehr als 100 Personen angelangt. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 35.000 Besucher auf dem Gelände der Bergedorfer Sternwarte. Vor dem Hintergrund des großen Interesses an diesem einzigartigen Technikdenkmal bietet sich die große Chance, ein neues Konzept eines astronomischen Erlebnisparks mit der Hamburger Sternwarte zu etablieren. (Ein Konzeptentwurf von der Hamburger Sternwarte, der Universität Hamburg und dem Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. existiert bereits.) Für die Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit und die Koordinierung der UNESCO-Bewerbung werden daher Personalmittel benötigt.

 

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund beantragen wir, die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

  1. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, sich bei der Kulturbehörde und den weiteren beteiligten Stellen der Stadt dafür einzusetzen, die erforderlichen Mittel für den Rücktransport bereitzustellen.
  2. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, sich bei der Kulturbehörde und den weiteren beteiligten Stellen der Stadt dafür einzusetzen, die erforderlichen Personalmittel für den Ausbau und die Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordinierung der UNESCO-Bewerbung der Sternwarte bereitzustellen.
  3. Der Bezirksamtsleiter berichtet im Kulturausschuss über das Ergebnis.

 

 


Anlage/n:

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