Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XVIII/0024  

 
 
Betreff: Bebauungsplanverfahren Kirchwerder 24 (Baustoffhandel Grube)
Änderung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms
hier: Beschluss zur Durchführung einer öffentlichen Plandiskussion
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Aktenzeichen:61.36-2
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:

Sachverhalt
Anlage/n

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Bergedorf

 

 

61.36-2Drucksachen-Nr. XVIII/0024

23.04.2008


 

Mitteilung

des Bezirksamtes

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

 

 

 

 


!Titel!


Bebauungsplanverfahren Kirchwerder 24 (Baustoffhandel Grube)

Änderung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms

hier: Beschluss zur Durchführung einer öffentlichen Plandiskussion


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


 

Sachverhalt

Anlass für das Bebauungsplanverfahren ist die landschaftliche und touristische Aufwertung des Bereichs am Zollenspieker Fährhaus  (vgl. z.B. Drucksache XVII/20.3/368.3 vom 23. Januar 2008). Im Rahmen dessen ist die Verlagerung des Löschplatzes (Umschlagplatz für Schüttgüter) eines Baustoffhandels vom Zollenspieker Elbdeich zum Stammgrundstück am Kirchwerder Hausdeich 406 vorgesehen (vgl. Drucksache 368.2).

Zielsetzung des Bebauungsplans ist die planungsrechtliche Sicherung des Baustoffhandels am Standort Kirchwerder Hausdeich sowie die Schaffung einer planungsrechtlichen Grundlage für eine Betriebserweiterung, die durch den Wegfall des Löschplatzes in Zollenspieker erforderlich wird.

Das Bebauungsplanverfahren wurde einschließlich Umweltprüfung am 19.01.2007 eingeleitet, jedoch wegen Bedenken der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zwar inhaltlich, nicht jedoch formal weitergeführt. Die Bedenken bezogen sich auf die Frage, ob für den Umschlagplatz eine alternative Fläche, insbesondere an der Elbe entwickelt werden kann. Ein solcher Standort an der Elbe wäre grundsätzlich sinnvoll, da er die Anlieferung der Materialien umweltschonender über den Wasserweg fortgesetzt hätte. Die Prüfung ergab, dass ein neuer Anlegeplatz naturschutzfachlich problematisch und im Übrigen weder zu finanzieren, noch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Im Einzelnen:

Standortprüfung

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurden alternative Standorte sowohl für den Gesamtbetrieb als auch für einen Teil des Betriebs - den Schüttgutsektor - geprüft.

Der Betrieb ist auf den Standort Vier- und Marschlande angewiesen, weil er hier sein Hauptabsatzgebiet hat. Er ist seit mehreren Jahrzehnten ansässig, nachbarliche Konflikte infolge der Nutzung sind nicht aktenkundig. Eine Verlagerung des gesamten Betriebs oder von Teilflächen sollte aus städtebaulicher und landschaftsgestalterischer Sicht vorrangig auf gewerblich ausgewiesenen oder geprägten Flächen in diesem Raum erfolgen. Solche Flächen stehen in den Vier- und Marschlanden aber zurzeit und in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung. Das einzige Gewerbegebiet, das in der Nähe liegt, das Gewerbegebiet Mette-Harden-Straße, verfügt nicht mehr über geeignete Flächen für den Gesamtbetrieb. Auch als Ersatzfläche für das Schüttgutlager in Zollenspieker steht es nicht zur Verfügung, da es den Wirtschaftsförderungsrichtlinien unterliegt, die eine Vergabe an einen Baustoffhandel nicht zulassen.

Eine Gesamtverlagerung mit Grunderwerb und Neubauten wäre für den Betrieb auch wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen.

Vorrangig geprüft wurde daher eine Verlagerung des Löschplatzes von Zollenspieker an einen anderen Elbstandort in den Vier- und Marschlanden, um die im Hinblick auf die Umweltbelange grundsätzlich positiv zu bewertende Anlieferung der Schüttgüter per Schiff zu erhalten. Dagegen sprechen jedoch die nicht zur Verfügung stehenden Flächen im Hafen Oortkaten, die im Übrigen bestehende Ausweisung des Außendeichsbereichs als Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet und nicht zuletzt die hohen Kosten eines neuen Löschplatzes mit Hafen. Zudem würde ein neuer Löschplatz weiter entfernt vom Stammgrundstück als der derzeitige liegen, so dass sich die Fahrtkosten, Fahrzeiten und Emissionen durch LKW-Verkehre zwischen Löschplatz und Stammgrundstück erhöhen würden.

Deshalb soll die vorhandene und die geplante Nutzung am Kirchwerder Hausdeich planungsrechtlich gesichert und erweitert werden. Die Betriebsfläche ist zurzeit  ca. 23.200 m² groß. Sie teilweise zurückgebaut, aber insgesamt um ca. 3.480 ² erweitert werden. Eine Sicherung gewachsener Nutzungen in Verbindung mit verhältnismäßig kleinen Erweiterungen ist aus Sicht der Umweltbelange gänzlich neuen Baugebieten "auf der grünen Wiese" mit neuen Infrastrukturen und umfangreicheren Eingriffen in Natur und Landschaft vorzuziehen. Damit integriert eine bauliche Entwicklung am Betriebsstandort in gewisser Weise auch Zielsetzungen der nach­haltigen Entwicklung.

Unter besonderer Berücksichtigung

-                     der günstigen Lage des Betriebs im Versorgungsgebiet,

-                     der Bebauungspotenziale am Stammgrundstück,

-                     der Verfügbarkeit von Flächen

-                     und der Empfindlichkeit alternativer Flächen an der Elbe im Hinblick auf die Umweltfaktoren

sind Standortalternativen für die Entwicklung eines neuen Betriebsstandorts oder eines neuen Löschplatzes nicht vorhanden.

Weitere Untersuchungen

Bis zur Öffentlichen Plandiskussion werden eine Verkehrsprognose und eine Lärmprognose erstellt.

Weiteres Vorgehen

Nachdem die Bedenken der BSU gegen das Bebauungsplanverfahren ausgeräumt sind, soll nun die frühzeitige Bürgerbeteiligung für das Bebauungsplanverfahren und die Änderungen des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms durchgeführt werden.

 


 

Beschlussvorschlag

 


Der Stadtplanungsausschuss beschließt, die öffentliche Plandiskussion am 27. Mai 2008 ab 18.30 h in der Schule Kirchwerder bei der Kirche, Kirchwerder Hausdeich 341, 21037 Hamburg durchzuführen. Einlass ist ab 18:00 h.


 


 

 

Anlage/n:

Anlage Ds 24 Funktionsplan 24