Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XVIII/0023  

 
 
Betreff: Einrichtung einer Babyklappe am BAKB
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilung
  Aktenzeichen:562-40/1
Federführend:Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Bergedorf

 

 

562-40/1              Drucksachen-Nr. XVIII/0023

              04.07.2008


 

Mitteilung

des Bezirksamtes

- öffentlich -


 


 

Beratungsfolge

am

TOP

 

 

 

 


!Titel!


Einrichtung einer Babyklappe am BAKB


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt

 


Zu dem einstimmigen Beschluss der Bezirksversammlung Bergedorf vom 31.01.2008 hat die Behörde für Soziales, Familie und Gesundheit wie folgt Stellung genommen:

 

Sogenannte „Babyklappen“ wurden eingerichtet mit dem Ziel, Frauen, die heimlich ein Kind geboren haben und sich in einer verzweifelten Situation sehen, davor zu bewahren, ihr Kind zu töten oder ungeschützt auszusetzen.

Es gibt leider bisher keinerlei Hinweise darauf, dass dieses Ziel erreicht werden konnte.

Kindesaussetzungen und –tötungen sind nach wie vor zu beklagen, auch in Hamburg konnten sie seit Einrichtung der ersten „Babyklappen“ im Jahr 2000 nicht verhindert werden. Andererseits gibt es auch keine Hinweise oder gar Gewissheit, dass die in den Babyklappen abgelegten Kinder von ihren Müttern getötet oder ausgesetzt worden wären, wenn es diese nicht gegeben hätte.

Die Skeptiker von Babyklappen argumentieren, dass Mütter, die ihre Kinder töten oder aussetzen, sich in einer derartigen psychischen Ausnahmesituation befinden, dass sie einer rationalen Entscheidung und Handlung nicht fähig sind. Die Kinder, die in Babyklappen abgelegt wurden, seien von anderen Frauen und aus anderen Gründen (z.B. durch Partner oder Zuhälter gezwungen, Umgehen des Adoptionsverfahrens, illegaler Aufenthalt usw.) abgelegt worden und somit nicht in Lebensgefahr gewesen. Babyklappen würden somit zwar Findelkinder „produzieren“, die keinerlei Kenntnis über ihre Herkunft hätten, nicht aber Kindstötungen verhindern.

Ungeachtet dieser ungeklärten Fragen hatte die zuständige Behörde 2003 das Konzept „Anonyme Geburt“ – „Erste-Baby-Hilfe“ umgesetzt und drei Krankenhäusern (Altonaer Kinderkrankenhaus, Krankenhaus Mariahilf und AK Wandsbek) Zuwendungsmittel für die Anschaffung und den Einbau der Babyklappen zur Verfügung gestellt.

In einer Arbeitsgruppe, an der auch Vertreter der Krankenhäuser beteiligt waren, wurde das Verfahren zum Umgang mit anonymen Geburten und in Babyklappen abgelegten Kindern entwickelt.

Die Kosten für laufende Service- und Wartungsarbeiten werden von den Krankenhäusern im Rahmen der vorhandenen Ressourcen aufgefangen.

Aus den o.g. Gründen wird derzeit die Einrichtung einer weiteren sog. „Babyklappe“ seitens der fachlich zuständigen Behörde nicht empfohlen.

Sollte dennoch eine „Babyklappe“ am BAKB eingerichtet werden, wird empfohlen, das für die drei bereits bestehenden Babyklappen/Erste-Baby-Hilfen an Hamburger Krankenhäusern geltende Verfahren zu übernehmen. Die BSG bietet dem Bezirksamt Bergedorf und dem BAKB dazu Unterstützung und Beratung an.

Mitte Februar 2008 hatte die BSG den drei Krankenhäusern mit Babyklappen/Erste-Baby-Hilfen ein abgestimmtes Verfahren bei den technischen Funktionstests der Babyklappen vorgeschlagen. Es wird empfohlen, dass sich auch das BAKB ggf. diesem Verfahren anschließt, um diesbezüglich ein einheitliches Vorgehen der beteiligten Hamburger Krankenhäuser sicherzustellen.

Finanzielle Ressourcen seitens der BSG für die Einrichtung einer Babyklappe am BAKB stehen nicht zur Verfügung.


 

Beschlussvorschlag

 


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Anlage/n:

ohne Anlagen