Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XVIII/1128  

 
 
Betreff: Obdachlose in Bergedorf (mit Antwort)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Große Anfrage nach § 24 BezVG
  Aktenzeichen:40.92-1
Federführend:Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
25.03.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Bergedorf
29.04.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Fachausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
06.07.2010 
Sitzung des Fachausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Bergedorf

Bezirksversammlung

 

40.92-1              Drucksachen-Nr. XVIII/1128

              11.03.2010


 

Große Anfrage

gem. § 24 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -


der BAbg Seibert, Meinert, Jarchow, Richter und SPD-Fraktion


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung Bergedorf

25.03.2010

2.1

Bezirksversammlung Bergedorf

29.04.2010

2.1

Fachausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration

06.07.2010

4

 


!Titel!


Obdachlose in Bergedorf              (mit Antwort)


!Titel!


 


 


 

Sachverhalt/Fragen

 


Im Jahr 2009 hat der Sozialwissenschaftler Torsten Schaak im Auftrag der BSG eine Umfrage zur Situation der Obdachlosen auf der Straße in Hamburg durchgeführt. Im Laufe der Untersuchung wurden 1.029 Menschen gezählt und in rund 90 Einrichtungen befragt. An der Befragung nahmen auch Teilnehmer des Hamburger Winternotprogramms in Bergedorf teil.

Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

Auf welcher gesetzlichen Grundlage erfolgt die Betreuung der Obdachlosen?

Welche Betreuungsangebote gibt es in Bergedorf für Obdachlose?

Wie viele Obdachlose wurden 2009 in Bergedorf gezählt. Bitte nach Frauen, Männern und Nationalität unterteilt aufschlüsseln.

Welche Angaben gibt es über Kurzzeitobdachlose bzw. Langzeitobdachlose?

Gibt es Angaben über die Zahl der Transferleistungen oder andere Sozialleistungen an Obdachlose in Bergedorf im Jahr 2009?

Wie viele Menschen nahmen in 2009 die Hilfe der bezirklichen Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Anspruch?

Gelang es der Fachstelle in 2009, Obdachlose in Wohnraum zu vermitteln – wenn ja, wie hoch lag die Zahl und um welche Art von Wohnraum handelte es sich?

Wie viele Obdachlose nahmen in 2009 das Winternotprogramm in Bergedorf in Anspruch? Bitte nach den Standorten Friedenskirche und Assisi-Gemeinde unterteilt aufschlüsseln.

In welcher Form erfolgte die Betreuung in den beiden Gemeinden?

Wie ist der Gesundheitszustand der Bergedorfer Obdachlosen?

In welcher Form werden diese Menschen ärztlich betreut?

Das Bezirksamt Bergedorf beantwortet vorstehende Große Anfrage wie folgt:

                                                                                                                                                                                      ...


Zu 1.:

Die Betreuung von Obdachlosen erfolgt auf Grundlage der §§67-69 SGBXII.

Zu 2.:

Obdachlose werden in Bergedorf in der Sozialen Beratungsstelle Bergedorf/Billstedt, Weidenbaumsweg 19, 21029 Hamburg, beraten und betreut. Dort erhalten Personen Hilfe bei der Wohnungssuche oder dem Erhalt ihrer Wohnung und bei der Überwindung ihrer persönlichen Schwierigkeiten. Von den 4,5 Stellen Sozialarbeiter wird 0,5 Stelle für die Straßensozialarbeit eingesetzt.

In der Beratung werden die Personen auf die Hilfen auch anderer Beratungsstellen (z.B Schuldnerberatung) und die Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Bergedorf hingewiesen.

Zu 3. und 4.:

Wird statistisch nicht erfasst.

Zu 5.:

Nein. Nach Erkenntnissen der Fachstelle für Wohnungsnotfälle sind die Obdachlosen weit überwiegend anspruchsberechtigt nach SGBII.

Zu 6.:

In 2009 wurden von der Fachstelle für Wohnungsnotfälle 180 obdachlose Haushalte, überwiegend Einzelpersonen, in öffentlichen Unterkünften untergebracht. Diejenigen obdachlosen Personen, die nach einer Beratung eine öffentlich-rechtliche Unterbringung nicht in Anspruch nehmen, werden statistisch nicht erfasst.

Zu 7.:

In 2009 wurden von der Fachstelle für Wohnungsnotfälle 180 wohnungslose Haushalte aus Unterkünften in eigenen Wohnraum vermittelt. Die darin enthaltenen in Wohnungen vermittelten Obdachlosen werden statistisch nicht gesondert erfasst.

Zu 8.:

Das Winternotprogramm besteht vom 1.11.2009 bis zum 15.04.2010. In Bergedorf stellten die  Friedenskirche/ Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde 8 Plätze und die Kirchengemeinde Bergedorfer Marschen/ Gemeinde Franz-von Assisi-Kirche 10 Plätze zur Verfügung. Beide Standorte sind voll belegt.

Zu 9.:

Die Betreuung in der Gemeinde Franz-von-Assisi wird von 16 und in der Gemeinde der Friedenskirche von 7 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde sichergestellt. Die Inhalte und die Intensität der Betreuung sind auf die einzelnen Obdachlosen ausgerichtet. Teilweise gelingt es, die Obdachlose an einfachen Aufgaben der Gemeinden zu beteiligen.

In beiden Standorten hat sich die Fachstelle für Wohnungsnotfälle gemeinsam mit der Sozialen Beratungsstelle Bergedorf/Billstedt zu Beginn des Winternotprogramms vorgestellt.

Zu 10.:

Der Gesundheitszustand der Obdachlosen in Bergedorf unterscheidet sich grundsätzlich nicht von dem obdachloser Menschen anderenorts. Der Gesundheitszustand ist allgemein unzureichend.

Seit Jahresbeginn 2009 ist das Krankenmobil der Mobilen Hilfe vom Caritasverband Hamburg e.V. in Bergedorf zur ambulanten Behandlung im Einsatz. Nach Angaben der Mobilen Hilfe erscheinen regelmäßig ca. 10 Personen zur Behandlung. Dabei handelt es sich um Obdachlose und auch von Armut betroffene, faktisch Obdachlose ohne eigenen Wohnraum, die sich nicht in ärztlicher Behandlung befinden. Neben akuten Schmerzzuständen sind häufig Haut- und Erkältungskrankheiten, sowie Bluthochdruck zu behandeln. Konkrete Daten liegen nicht vor.    ...

Zu 11.:

Die überwiegend nach SGB II anspruchsberechtigen obdachlosen Menschen haben zugleich einen Krankenversicherungsanspruch und können daher dem Grunde nach die Leistungen der Krankenversicherung wie andere Versicherte in Anspruch nehmen.

Das Krankenmobil des Caritasverbandes Hamburg e.V. ist jeden Donnerstag um 11.30 Uhr auf dem Platz der Bergedorfer-Schloß-Str. 5. zur ambulanten Behandlung mit einer Krankenschwester und einem Arzt ausgestattet. Außerdem ist eine Sozialarbeiterin der Sozialen Beratungsstelle Bergedorf/ Billstedt für soziale Fragen anwesend.


 


 


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen