Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XVIII/1187  

 
 
Betreff: Anforderungsampeln für Fußgänger/Radfahrer (II) (mit Antwort)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG
  Aktenzeichen:64.70-2
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
29.04.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Bergedorf
24.06.2010 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   
Fachausschuss für Verkehr und Inneres
05.07.2010 
Sitzung des Fachausschusses für Verkehr und Inneres ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Bergedorf

Bezirksversammlung

 

Az. 64.70-2              Drucksachen-Nr. XVIII/1187

              28.04.2010


 

Anfrage

gem. § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

- öffentlich -

 


              der BAbg. Fleige, Lühr , von Podlewski und GAL-Fraktion             


 

Beratungsfolge

am

Top

Bezirksversammlung Bergedorf

29.04.2010

5.5

Bezirksversammlung Bergedorf

24.06.2010

5.1

Fachausschuss für Verkehr und Inneres

05.07.2010

8

 


!Titel!


Anforderungsampeln für Fußgänger/Radfahrer (II)              (mit Antwort)


!Titel!


 


 


Sachverhalt/Fragen

 


Aus der unzureichenden Antwort zur Drucksache XVIII/1050 vom 20.01.2010 ergeben sich neue Fragen:

Auf die oben erwähnte Drucksache wird zwar geantwortet, dass an 54 Ampeln Anforderungstaster installiert sind, im weiteren Verlauf der Antwort werden aber nur vier LSA erläutert. Befinden sich die übrigen 50 Ampeln mit Anforderungstastern nicht an Knotenpunkten?

Wo genau (örtliche Lage) befinden sich diese 50 Ampelanlagen mit Anforderungstastern?

Im Abschnitt d. der Antwort zu 1., 1.1, 1.2, 1.3, der obigen Drucksache wird der Knotenpunkt Bergedorfer Straße / P+R Haus Bergedorf Nord genannt. Dort befinden sich allerdings in der Hauptverkehrsrichtung keine Anforderungstaster. Und laut 1.5 sind keine weiteren Taster geplant. Wie passt dies zusammen?

In der Antwort zu 1.5 steht, dass derzeit keine Neuplanungen von LSA mit Anforderungstastern vorgesehen sind. In der Woche vor Ostern 2010 wurde die LSA am Knoten Sander Damm / Kurt A. Körber Chaussee mit Tastern ausgerüstet. Wie passt dies mit der Antwort in der obigen Drucksache zusammen?

Auch in der Bürgerschaftsdrucksache 19/5353 vom 09.03.2010 (Große Anfrage der SPD) wird unter IV.1 geantwortet, dass keine LSA mit Anforderungstaster geplant sind. Wieso kommt es dann zu der Installierung der Taster an dem unter 4. benannten Knoten?

In der unter Punkt 5 benannten Drucksache wird unter IV.4 angekündigt, dass im Rahmen der Programmpflege bis auf begründete Ausnahmen alle Anforderungsschaltungen, bei denen Fußgänger und Radfahrer nicht immer parallel zum Kfz-Verkehr Grün erhalten, im Rahmen der hierfür zur Verfügung stehenden Ressourcen abgeändert werden sollen. Sind in Bergedorf bereits Ampeln auf eine Beseitigung der Taster geprüft worden?

6.1              Wenn ja, an welchen Knotenpunkten gab es eine solche Prüfung und mit welchem                             Ergebnis?

Falls geprüft wird, ob eine Ampel mit Anforderungstastern ausgestattet werden soll, auf wessen Initiative erfolgt dies?

Wer entscheidet, ob Anforderungstaster installiert werden?                                                                      ...

-2-

 

Wird die Bezirksverwaltung vorher gefragt oder informiert?

Kann die Bezirksversammlung Einfluss auf die Installation bzw. Deinstallation von Anforderungstastern nehmen?

 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat vorstehendes Auskunftsersuchen am 15.06.2010 wie folgt beantwortet:

In der Drucksache XVIII/1050 vom 20. Januar 2010 wurden Lichtsignalanlagen problematisiert, bei denen der nicht motorisierte Verkehr nur nach Anforderung bei Grün für parallelen motorisierten Verkehr freigegeben wird.

Dieses trifft im Bezirk Bergedorf auf vier Lichtsignalanlagen zu. Dementsprechend wurde die Beantwortung zur Drucksache Drs. XVIII/1050 verfasst.

Dieses vorausgeschickt, beantwortet die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) auf der Grundlage von Auskünften des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Fragen wie folgt:

Zu 1.:

Von den 50 übrigen Ampelanlagen sind 29 Fußgängeranlagen und 21 Kreuzungsanlagen.

Zu 2.:

An folgenden 50 Fußgänger- und Kreuzungsampeln sind im Bezirk Bergedorf Anforderungstaster installiert. In der im LSBG geführten Statistik wird nicht nach Anforderungstaster für Radfahrer, sehende und sehbehinderte Fußgänger unterschieden:

Fußgängeranlagen:

Lohbrügger Landstr. / An der Twiete

Reinbeker Redder / Haempten

Bergedorfer Str. / Neuer Weg

Holtenklinker Str. / Pollhof

Reinbeker Redder / Boberger Drift

Habermannstr. / Bornmühlenweg

Ladenbeker Furtweg / Richard-Linde-Weg

Holtenklinker Str. / Hs. Nr. 128

Lohbrügger Landstr. / Heidkampsredder

Holtenklinker Str. / August-Bebel-Str.

Ladenbeker Furtweg / Billwerder Billdeich

Am Beckerkamp / Jakob-Kaiser-Str.

Binnenfeldredder / Max-Eichholz-Ring

Röpraredder / Harnacksring

Oberer Landweg / Nördl. S-Bahnbrücke

Mendelstr. / Vor der Schule

Wentorfer Str. / Rathaus

Rothenhauschaussee / Hs.-Nr. 100

Ernst-Mantius-Str. / Schillerufer

Holtenklinker Str. / Arnoldistieg

Bergedorfer Str. / City - Center Bergedorf

Habermannstr. / Goerdelerstr.

Reinbeker Redder / Tienradestieg

Wentorfer Str. / Ernst-Henning-Str.

Bergedorfer Str. / Treppe zur Lohbrügger Kirchstr.

Kurt-A.-Körber-Chaussee / Hs.-Nr. 12 / Hauni-Werke

Ladenbeker Furtweg / Moosberg

Leuschnerstr. / Hs. Nr. 97

Korachstr. / Hs.Nr. 10

-3-

Kreuzungsanlagen:

Andreas-Meyer-Str. / BAB A1 A / AS Moorfleet Ost

Bergedorfer Str. / Weidenbaumsweg / West

Bergedorfer Str. / Lohbrügger Landstr.

Nettelnburger Landweg / Nettelnburger Str.

Binnenfeldredder / Habermannstr.

Ochsenwerder Landstr. / Elversweg / Ochsenwerder Kirchendeich

Bergedorfer Str. / Bodestr. / Unfallkrankenhaus

Andreas-Meyer-Str. / Unterer Landweg

Holtenklinker Str. / Justus-Brinckmann-Str.

Weidenbaumsweg / Stuhlrohrstraße

Oberer Landweg / Nettelnburger Landweg

Bergedorfer Str. / Weidenbaumsweg / Ost

Wentorfer Str. / Justus-Brinckmann-Str.

Curslacker Neuer Deich / Zufahrt VHH Betriebshof

Curslacker Neuer Deich / Neuer Weg

Reinbeker Redder / Korachstr.

Sander Damm / Kurt-A.-Körber-Chaussee

Bergedorfer Str. / Vierlandenstr.

Bergedorfer Str. / Billwerder Str. / Lohbrügger Kirchstr.

Reinbeker Redder / Mendelstr.

Alte Holstenstr. / Ludwig-Rosenberg-Ring

 

Zu 3.:

Bei der Lichtsignalanlage Bergedorfer Straße/ P+R Haus wird bei der aktuellen Schaltung auf eine immer parallele Freigabe von Fußgänger- und Radverkehr über die Bergedorfer Straße zum Verkehr - in und aus Richtung P+R Haus- zugunsten einer flexiblen, dem Verkehrsaufkommenden entsprechenden guten Anbindung des P+R Hauses verzichtet (siehe Antwort zur Drucksache XVIII/1050 vom 20.1.2010). Weitere Anforderungstaster sind weder vorhanden noch geplant.

Zu 4. und 5.:

Am 17. Dezember 2009 wurde die Lichtsignalanlage Sander Damm/ Kurt-A.-Körber-Chaussee mit einem neuen Schaltgerät und LED-Signalgeber ausgerüstet. Es wurde die Schaltung zugunsten eines Dauergrüns in der Hauptrichtung Sander Damm geändert (Stauungen Sander Damm). Die Nebenrichtungen, sowie der gesonderte Abbieger von Süden in die Kurt-A.-Körber-Chaussee müssen eine Freigabe anfordern. Der Fußgänger- und Radverkehr über den Sander Damm ist mit einer Anforderung versehen, die immer parallel zum motorisierten Verkehr aus der Kurt-A.-Körber-Chaussee geschaltet wird. Die Schaltung ist als eine reine Anforderungsschaltung und nicht als „Bettelampel“ im Sinne der Definition in der Vorbemerkung konzipiert. Insofern besteht kein Widerspruch zur Antwort auf 1.5 der Drucksache Drs. XVIII/1050.

Zu 6.:

Gemäß der Bürgerschaftsdrucksache 19/5353 ist eine Überprüfung an einer der vier infrage kommenden Ampeln im Bezirk Bergedorf durchgeführt worden.

Zu 6.1:

An der Lichtsignalanlage Nettelnburger Landweg / Fanny-Lewald-Ring wurde eine Überprüfung in Hinblick auf eine parallele Schaltung des motorisierten und des nicht motorisierten Verkehr durchgeführt. Aufgrund des geringen Fußgänger/- und Radverkehrs über den Nettelnburger Landweg an dieser Stelle und der Konzeption der Verkehrsabwicklung des Nettelnburger Landwegs mit Umlaufzeiten von 40 sek, wurde auf ein immer parallel geführtes Grün für den Fuß- und Radverkehr verzichtet. Die maximale Wartezeit für den Fußgänger und Radfahrer beträgt im ungünstigsten Anforderungsfall 44 Sekunden. Mit dem Verzicht wurde erreicht, dass eine verlässliche Grüne Welle in beiden Richtungen des Nettelnburger Landweges geschaltet werden konnte und dass die vormals registrierten erheblichen Geschwindigkeitsverstöße auf der geraden Strecke weitgehend reduziert wurden. Die Schaltung hat sich bewährt, Beschwerden sind nicht bekannt, sie soll daher in Abstimmung mit der BfI/VD52 beibehalten werden.                                           ...

 

-4-

Zu 7. und 8.:

Im Zuge einer verkehrstechnischen Planung an einer Ampel werden von dem bearbeitenden Verkehrsingenieur die Randbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer, wie Wartezeiten, ausreichende Grünzeiten, Leistungsbedarfe, Markierungen, Sonderschaltungen für den ÖPNV, etc. und eine Grüne Welle betrachtet bzw. abgewogen. Das Ergebnis einer durchgeführten Planung wird mit der BfI/VD52 abgestimmt und straßenverkehrsbehördlich angeordnet.

Zu 9. und 10.:

Im Rahmen der Programmpflege wird jährlich eine Vielzahl der mehr als 1700 Ampeln in Hamburg neu berechnet und „aufgeschaltet“. Die Anlässe hierfür sind ebenso vielfältig wie die teilweise konkurrierenden Wünsche der Verkehrsteilnehmer. Kompromisse, die sich an den Zielen des Senats orientieren, sind daher unabdingbar (siehe Drs. 19/4401). Hierbei sind Anforderungen aus dem lokalen Umfeld ebenso zu berücksichtigen wie die großräumige Verkehrssteuerung, die koordinierte Signalprogramme im Hauptstraßennetz erfordert.

 

Vor dem Hintergrund dieser Randbedingungen können schon aus Kapazitätsgründen den Bezirksversammlungen Informationen nur bezogen auf wesentliche Maßnahmen wie z.B. Umgestaltungen des Straßenraumes, Neubau von Lichtsignalanlagen oder Veränderungen von Querschnittelementen gegeben werden. Diese Form der Zusammenarbeit hat sich bewährt. Selbstverständlich werden darüber hinaus konkrete Anregungen der örtlichen Gremien zu Verbesserungsmöglichkeiten an einzelnen Knotenpunkten aufgenommen.

 

Die Anordnung neuer Anforderungstaster erfolgt gemäß den Ausführungen in Drucksache 19/5353 nicht mehr in Form sogenannter „Bettelampeln“, wie in der Vorbemerkung definiert.“

 


 


 


 


 

Anlage/n:

ohne Anlagen