Bezirksversammlung Bergedorf

Drucksache - XIX/0021  

 
 
Betreff: Atomkraftwerk Krümmel endgültig stilllegen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
  Aktenzeichen:526.02-53
Federführend:Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Bergedorf
24.03.2011 
Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf ungeändert beschlossen   

Sachverhalt

Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Bergedorf

Bezirksversammlung

 

Az. 526.02-53              Drucksachen-Nr. XIX/0021

              23.03.2011


 

Antrag

- öffentlich -


des BAbg. Fleige und GAL-Fraktion

des BAbg. Herr Omniczynski und SPD-Fraktion

des BAbg. Jersch und Fraktion Die Linke


 

Beratungsfolge

am

TOP

Bezirksversammlung Bergedorf

24.03.2011

21.3

 


!Titel!


Atomkraftwerk  Krümmel endgültig stilllegen


!Titel!


 


 


Sachverhalt:

 


In Japan ist geschehen, was nicht geschehen darf und bisher angeblich auch nicht geschehen konnte. Im Hochtechnologieland Japan mit hohen Sicherheitsstandards ist das Unwahrscheinliche passiert: Im AKW Fukushima hat sich eine sehr große Katastrophe ereignet.

 

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung beschlossen, die sieben ältesten AKWs für drei Monate vom Netz zu nehmen, darüber hinaus wird das AKW Krümmel in dieses Moratorium eingeschlossen.

 

Das Zentrum Bergedorfs ist nur 17 km vom AKW Krümmel entfernt, Borghorst sogar nur 6 km, d.h., die Bergedorfer wären unter den ersten Opfern eines derartigen Unfalls.

 

Das AKW Krümmel ist nach einem Trafobrand seit dem 28.06.2007 vom Netz. Ein Wiederanfahren im Juni 2009 führte zu einer Reaktorschnellabschaltung. Seit der Inbetriebnahme des AKW’s im Jahr 1983 gab es jährlich durchschnittlich 12 meldepflichtige Ereignisse. Eine Risikostudie im Auftrag der Umweltbehörde aus dem Jahr 1995 kam zu dem Ergebnis, dass bei einem schweren Unfall im AKW Krümmel mit 45.000 bis 107.000 mittel- und langfristigen Krebs-Todesfällen zu rechnen sei.. Die KIKK-Studie des Bundesamts für Strahlenschutz kommt zu dem Ergebnis, dass schon im Normalbetrieb im Umkreis von AKW’s die Zahl der Krebserkrankungen bei Kindern signifikant zunimmt.

 

Die bisherige Geschichte des AKW Krümmel zeigt eindeutig: Dieser Pannen-Reaktor ist unsicher. Das bisherige Verhalten des Betreibers Vattenfall in Bezug auf die Störfälle und in Bezug auf das leitende Personal des AKW (obwohl das AKW wegen der vielen Störfälle von der Öffentlichkeit sehr kritisch beobachtet wurde, sollte eine AKW-Leiterin eingesetzt werden, die dann beim ersten Eignungstest durchfiel) zeigt ebenso eindeutig: Dieser Betreiber ist nicht zuverlässig.

 

Deshalb reicht ein Moratorium für Krümmel nicht aus. Der Bevölkerung im Umkreis, zu dem auch der Bezirk Bergedorf gehört, muss die Angst genommen werden und wieder Sicherheit gegeben werden. Deshalb gibt es nur eine richtige Entscheidung. Das AKW Krümmel muss endgültig stillgelegt werden.

 

                                                                                                                                                                                      ...

 

-2-

 

 

Deshalb beantragen wir, die Bezirksversammlung möge beschließen:

 


 

Beschlussvorschlag:

 


Die Bezirksversammlung fordert alle zuständigen Stellen auf, dafür zu sorgen, dass das AKW Krümmel endgültig still gelegt wird.


 


 

 

Anlage/n:

ohne Anlagen